Voltaire, Candide oder der Optimismus. Neu übersetzt von Tobias Roth und illustriert von Klaus Ensikat. Officina Ludi: Großhansdorf, 2018, 123 S.

Die sehr ansprechende, bibliophile Ausstattung mit den Zeichnungen von Klaus Ensikat überzeugt unbedingt, weniger die Übersetzung von Tobias Roth. Dieser mangelt es vor allem an Tempo, dem für Candide so wichtigen, beschwingten Sprachstil, der durch die Neigung, aus einem Satz bei Voltaire zwei im Deutschen zu machen, heruntergedrückt wird. Auch sind etliche Übersetzungsideen ziemlich gesucht, was eventuell darauf zurückzuführen ist, daß Roth originell und eigenständig sein wollte. Das ging schief.

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Voltaire, Elemente der Philosophie Newtons, Verteidigung des Newtonianismus, Die Metaphysik des Neuton

herausgegeben von Renate Wahsner und Horst Heino v. Borzeszkowski, Berlin 1996 (de Gruyter ). Die Autoren ordnen Voltaires Werk in ihrem Vorwort in die zeitgenössische wissenschaftliche Diskussion ein, insbesondere in die Leibniz – Newton Debatte, um dann etwas haarspalterisch auf dem neuzeitlichen Unterschied “mechanisch – mechanizistisch” herumzureiten. Sie loben Kant und die Metaphysik und freuen sich über Quanten, Unschärfen und ähnliche Feinheiten, die die Anwendbarkeit von Newtons Mechanik heute auf ein kleines Gebiet einschränkten. Die Neuherausgabe und Übersetzung zusammen mit dem Faksimilie der “Metaphysik des Neuton” von 1741 ist aber alleine schon verdienstvoll genug. Die Diskussion andererseits lesbar und angenehm durchsichtig. Unschön, ans Ende das böse Lessingwort zu setzen und für das ganze einen Preis von 98.-€ zu verlangen.