Bücher und Fachzeitschriften – Veröffentlichungen ab 1996.

Wir dokumentieren hier interessante Bucherscheinungen im deutschsprachigen Raum und Publikationen in Fachzeitschriften, die explizit Voltaire zum Thema haben. Wir dokumentieren in der Regel keine Neuauflagen alter Übersetzungen.

Volker Reinhardt, Voltaire, Die Abenteuer der Freiheit, München: Beck, 2022, 607 S.
Für seine Voltairebiographie beansprucht der Verfasser, Professor für Geschichte an der Universität Fribourg (Schweiz), dass sie wissenschaftlichen Kriterien genügt. In der Tat gibt er zahlreiche Quellenhinweise zum Werk Voltaires, jedoch fast keine, was die von ihm verwendete Sekundärliteratur angeht. Der Text ist gut zu lesen, flüssig geschrieben und ist auf alle Fälle eine Lektüre wert – die wir für die Voltaire-Stiftung angehen und ausführlich kommentieren werden. Zunächst geben wir hier einen ersten Eindruck.

Voltaire: Aus dem Philosophischen Taschenwörterbuch Ditzingen:Reclam 2021.
Rechtzeitig vor Weihnachten 2021 ist der kleine Bruder des Philosophischen Taschenwörterbuchs Voltaires bei Reclam erschienen: „Aufgeklärtes Denken. Aus dem Philosophischen Taschenwörterbuch: [Was bedeutet das alles?]„. Es kostet nur 6€ und enthält Auszüge aus dem erstmals 2020 von der Voltaire-Stiftung vollständig auf Deutsch herausgegebenen bedeutenden Werk der Aufklärung und ein kurzes, knackiges neues Vorwort.

Voltaire, Fünf Katechismen – Gegen den Herrschaftsanspruch der Religionen, Berlin: Das kulturelle Gedächtnis 2021, 140 S.
Fünf Dialoge zur Religion, neu übersetzt mit Nachwort von Tobias Roth. Das sehr hübsch gestaltete Büchlein hatte vielleicht ein wenig Pech, denn 4 seiner 5 Dialoge sind in dem Philosophischen Taschenwörterbuch, das wir ein Jahr zu vor neu übersetzt herausgegeben haben, enthalten. Es lohnt sich, die Übersetzungen zu vergleichen. Das engagierte, sehr lesenswerte Nachwort von Tobias Roth zeigt, wie aktuell Voltaires Kritik am Fanatismus heute noch immer ist.

Matthias Wulfmeyer, Die Akte Voltaire, independently published, 2020, 200 S.
Eine kurzweilige „Abenteuergeschichte“, deren ‚plot‘ Voltaire 1729 selbst geliefert hat: Er zweigte aus einer bedeutenden Lotterie des französischen Staates genügend Geld für sich ab, so dass er von da an unabhängig, ohne sich ständig anpassen zu müssen, schreiben und anständig leben konnte. zur Rezension

Voltaire: Philosophisches Taschenwörterbuch, nach der Erstausgabe von 1764 erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt von Angelika Oppenheimer […], Ditzingen: Reclam 2020, 444 Seiten
Erstmals ist in deutscher Sprache das vollständige Philosophische Taschenwörterbuch Voltaires, eines der bedeutendsten Werke der Aufklärung, erschienen. Von unserer Voltaire-Stiftung herausgegeben, hoffen wir auf viele Leser und viele Weiterempfehlungen! zur Rezension

Kurt Flasch, Christentum und Aufklärung, Voltaire gegen Pascal, Frankfurt/M.: Vittorio Klostermann, 2020, 436 S.
Kurt Flasch ist Professor für Philosophie und ein ausgewiesener Fachmann für die Philosophie im Übergang der Antike zum Mittelalter, insbesondere für die Lehre des Augustinus und der Scholastik. In seinem Buch spürt er den Quellen des jansenistischen Theoretikers Blaise Pascal und den Grundlagen von Voltaires Kritik an diesem nach.

Ruth Hagengruber, Hartmut Hecht, Emilie du Châtelet und die deutsche Aufklärung, Wiesbaden: Springer VS, 2019, 452 S.
In dem Buch wird dem Einfluss Emilie du Châtelets auf die deutsche Philosophie – und umgekehrt – nachgegangen. Mit Fachartikeln wie ‚Vis viva. Das Problem ihrer Begründung‘ oder ‚Metaphilosophie und das Prinzip des Widerspruchs‘ wendet es sich ersichtlich an einen engeren Kreis von Philosophiehistorikern.

Markgräfin von Bayreuth und die Erlanger Universität – Künste und Wissenschaften im Dialog, hrsg. v. Christina Strunck, Petersberg: Imhof, 2019, 352 S.
In den einzelnen Beiträgen fragen die Autoren nach der Bedeutung, die der Markgräfin mit ihren vielfältigen kulturellen und geistigen Interessen für die Gründung und Ausrichtung der Erlanger Universität zukommt.

Voltaire, Candide oder der Optimismus. Neu übersetzt von Tobias Roth und illustriert von Klaus Ensikat. Officina Ludi: Großhansdorf, 2018, 123 S.
Neuübersetzung des Klassikers in einer bibliophil gestalteten und illustrierten Ausgabe. zur Rezension

Voltaire, Der Fanatismus oder Mohammed, übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Tobias Roth, Berlin: Verlag das kulturelle Gedächtnis, 2017, 175 S.
Die erste Übersetzung der Tragödie Voltaires nach Goethe, eingeleitet von der antiklerikalen Predigt der Fünfzig, mit der sich Voltaire sehr viel Ärger eingehandelt hat. zur Kurzvorstellung

Freitag, Friedegund, Voltaire in Gotha, Halle: Mitteldeutscher Verlag 2014, 71 S.
Kleine Broschüre über Voltaires Zeit in Gotha

Dahme, Stephan, Der Wink des Vater Voltaire, Paul Klees Arbeit an den Candide Illustrationen, in Satire-Ironie-Groteske, hrsg. v. Michael Baumgartner, Bielefeld: Kerber, 2013, 187 S., S.99-114

Goldblum, Veronika, Krause, Robert, Dramatisches Experiment und persönliches Pharmazeutikum: Goethes Übersetzung von Voltaires Tancrèd,
in: Annäherung-Anverwandlung-Aneignung, hrsg. v.. Markus May u. Evi Zemaneck, Würzburg, Königshausen & Neumann, 2013, 312 S., S.103-124

Krings, Marcel, Klassische Korrekturen, Goethe als Übersetzer von Voltaire und Diderot,
in: Vorausdeutungen und Rückblicke, hrsg. v. Frank Fürbeth, Bernd Zegowitz, Heidelberg: Winter, 2013, 337 S.; S 27 – 50.

Stackelberg, Jürgen von, Voltaire und Friedrich der Große, Hannover: Wehrhahn, 2013 (Aufklärung und Moderne, 31), 240 S.

Stackelberg, Jürgen von, Voltaire lesen! Literarische Porträts und kritische Essays, Bonn: Romanistischer Verlag 2013, 263 S.
Voltaire lesen! soll eine Hilfestellung für heutige Leser sein, damit Voltaire mit Gewinn gelesen und mit aktuellen Themen in Beziehung gesetzt werden kann. Der vorgestellte Leser ist dabei ein romanistisch-philosophisch vorgebildeter, mit dem Werk Voltaires vertrauter Mensch, dem Stackelberg Informationen liefert, die er sonst mühsam zusammensuchen müsste.

Stackelberg, Jürgen von, Voltaire, München: Beck, 2006, 128 S.
Das kleine Buch ist eine Einführung in Leben und Werk Voltaires des renommierten Professors für Romanistik, der sich große Verdienste um die Etablierung der Literatur und Philosophie der Aufklärung in der deutschen Romanistik erworden hat. Er versteht sich in der Nachfolge Victor Klemperers und ist insofern ein Garant für eine engagierte Voltaire-Darstellung, die wissenschaftlichen Kriterien absolut genügt. Die Einbindung zahlreicher, nicht übersetzter Zitate setzt jedoch zumindest einige französische Sprechkenntnisse voraus.

Stackelberg, Jürgen von, Über Voltaire, München: Fink, 1998, 217 S.
Das Buch spiegelt die lebenslange Auseinandersetzung Stackelbergs mit dem Werk Voltaires. Facettenreich bietet er Interpretationen und Hintergrundberichte zu ausgewählten Lebensphasen, oder zur Rezeption einzelner Werke Voltaires. Er referiert aus der umfangreichen Sekundärliteratur zu zahlreichen Einzelthemen wie etwa der Geschichtsphilosophie Voltaires, oder zu dessen jesuitischem Gegner, Nonnotte, und läßt den interessierten Leser so an seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz teilhaben.

Voltaire, Elemente der Philosophie Newtons, Verteidigung des Newtonianismus, Die Metaphysik des Neuton herausgegeben von Renate Wahsner und Horst Heino v. Borzeszkowski, Berlin: de Gruyter, 1996.
Neuherausgabe und Übersetzung von Voltaires Werk mit einem Faksimilie der “Metaphysik des Neuton” von 1741. Die Autoren ordnen Voltaires Werk in die zeitgenössische wissenschaftliche Diskussion ein, insbesondere in die Leibniz – Newton Debatte.