Die Musik im 18. Jahrhundert

Drei Entwicklungen sind  für die Musik im 18. Jahrhundert wichtig:

  • die Oper als nicht religiös geprägte Musikform des Bürgertums gewinnt stark an Bedeutung
  • die Orchestermusik erweitert die Klangmöglichkeiten der tonalen Harmonik durch zusätzliche Instrumente und Stimmen (concerto grosso)
  • in beiden Bereichen steht der individuelle Künstler als Solostimme, als Soloinstrumentalist immer stärker im Mittelpunkt des Musikgeschehens

Für die höfische Oper des 17. Jahrhunderts Frankreichs war der aus Italien stammende Lully (1632-1687) der bedeutendste Komponist, bei ihm tritt die Musiksprache ganz in den Dienst der gesprochenen Sprache, an ihr haben sich Rhythmik und Akzentuierung auszurichten.

„Die Musik im 18. Jahrhundert“ weiterlesen

Voltaires Einfluss auf die Musik

Voltaire kannte Rameau bestens und vertrat ganz in seinem Sinne zum Thema ‚Oper‘ den Standpunkt, dass das Theaterstück mit seinem Inhalt im Vordergrund der Oper stehen solle und nicht die Musik, der er eine eher ergänzende Funktion zuschrieb. Voltaire nahm das offenbar nicht allzu streng, denn 1757 ließ er als Zwischenspiel einer Theateraufführung die Opéra buffa ,Die Magd als Herrin‘ von Pergolesi aufführen.

Von Voltaire stammen mehrere Libretti, das erste, Tanis et Zélide, schrieb er 1733 für Brassac von Moncif, es handelt von bösartigen Priestern, die im ägyptischen Memphis die Macht ergreifen und die legitime Monarchie stürzen. Nur durch das Eingreifen von Isis und Osiris können sie aufgehalten werden. Die Vorlage wurde nie vertont, sie scheint Brassac nicht inspiriert zu haben.

Das zweite Libretto, Samson, war im selben Jahr von Rameau bestellt worden und handelt vom aufrechten Samson, der sich gegen die betrügerischen Priester der Philister durchsetzt. Samson wurde von Rameau vertont, man hat die Oper jedoch – die Angriffe gegen Voltaire verhinderten dies – nie aufgeführt. Fast sämtliche Arien verwendete Rameau später in seiner Oper ‚Zoroastre‘. 

„Voltaires Einfluss auf die Musik“ weiterlesen

Candide – Oper von Bredemeyer

candide bredemeyer

Musik Reiner Bredemeyer
Libretto Gerhard Müller

Der Großinqisitor: Aufmachen!
Öffnet im Namen des Völkerrechts!
Öffnet! Kunigunde: Entsetzlich.
Candide: Fürchtet nichts. Wir sterben zusammen.

Mit ihrer Oper Candide haben Reiner Bredemeyer und Gerhard Müller fortgeschrieben, was Candide 200 Jahre nach Voltaire in der ‚besten aller Welten‘ begegnete. Er wird mit Auschwitz konfrontiert, erlebt die Niederbombung des republikanischen Spaniens vor den Augen einer ’neutralen‘ Völkergemeinschaft und ist Zeuge, wie sich die große Hoffnung der Menschheit auf eine vernünftig und human organisierte Welt als Chimäre erweist.

„Candide – Oper von Bredemeyer“ weiterlesen