Voltaire-Übersetzer (chronologisch)

Es geht den Übersetzern Voltaires bei ihrer anspruchsvollen und langwierigen Übersetzungsarbeit oft weniger darum, Geld zu verdienen. Sie wollten und wollen noch immer ihren Mitbürgern, die oft nicht ausreichend Französisch sprechen, die Gedanken der Aufklärung nahebringen.
Das war so im 18. Jahrhundert und daran hat sich bis heute wenig geändert. An der Anzahl der Voltaire-Übersetzungen einer Zeit läßt sich, so scheint es, ablesen, wie es mit dem Freiheitsdrang in Deutschland bestellt ist.
Auch bietet unsere Liste der Voltaire-Übersetzer einen Einblick in die Kreise, die zur jeweiligen Zeit mit der Aufklärung sympathisierten. Es waren meist akademisch Gebildete und oft sogar Staatsbedienstete aus dem Bürgertum der größeren deutschen Städte. Bis auf den zweiten Punkt ist auch dies bis heute gleich geblieben.

Voltaire-Übersetzer im 18. Jahrhundert

Wer im 18. Jahrhundert Voltaires Werke ins Deutsche übersetzte, war der Aufklärung verbunden und hoffte, durch Voltaires Texte Schützenhilfe gegen die Mächte der Dunkelheit zu bekommen. 

  • Mylius, Christlob (* 11.11.1722 in Reichenbach an der Pulsniz – † 6.3.1754 in London) war der erste deutsche Wissenschaftsjournalist. Er gab mit seiner Zeitschrift „Der Wahrsager“ den Anlass für die Wiedereinführung der preußischen Zensur. Mylius war ein entschiedener Anhänger der Aufklärung und unterstützte Voltaire bei seiner Auseinandersetzung gegen Maupertuis 1752/1753. Er verfasste die bisher einzige deutsche Übersetzung von Voltaires Streitschrift, Diatribe du Docteur Akakia, 1752. mehr zu Christlob Mylius
  • Romanus, Karl Franz (21.8.1731, Leipzig – 20.4.1787 Dresden) war Jurist und Staatsbedienster, der Komödien verfasste und Voltaires Essay sur les moers sowie die erste Werksammlung Voltaires in deutscher Sprache, die Vermischten Schriften (1768 – 1775), in 6 Bänden, herausgab. mehr zu Karl Franz Romanus
  • Wilhelm Christhelf Sigmund Mylius, (* 2.5.1754 in Berlin – † 31.3.1827 in Berlin). W.C.S. Mylius studierte zunächst Jura, begann aber nach dem Tode des Vaters mit der Übersetzertätigkeit. Er übersetzte aus dem Französischen (Molière, Le Sage..), aber auch aus dem Englischen und Lateinischem. Berühmt wurde seine Candide-Übersetzung (1778). Besonderen Verdienst erwarb er sich durch die bis heute umfangreichste Voltaire Werkausgabe in deutscher Sprache (29 Bd, 1786-1794). mehr zu W.C.S. Mylius