Theodore Besterman

Ausschnitt Photo Musée de
Voltaire Genf

Ausschnitt Photo Musée de Voltaire Genf

Er war der Gründer der Voltaire Foundation in Oxford, die sich der Herausgabe der sämtlichen Werke Voltaires widmet. Seine Voltaire Biographie ist bis heute wegweisend – ohne klerikal-religiöse Ressentiments, ganz im Geiste der Aufklärung geschrieben, Werk und Leben Voltaires gleichermaßen vereinend. Thomas Besterman war ein Großer unserer Zeit, der sein Genie, von vielen Kleinen behindert, ganz in den Dienst der Sache Voltaires stellte.

Lebenslauf

  • 1904 am 22. November  Geburt von Theodore Deadatus Nathaniel Bestermann als zweiter Sohn von Benjamin J.N.Besterman, Diamantenhändler, und Golda Augusta Krengiel, in Lodz, Polen
  • 1924 Besterman emigriert nach England
  • 1925 Vorsitzender der British Federation of Youth Movements 
    1927 Arbeit auf dem Gebiet der Parapsychologie (Society for physical research), deckt manche Scharlatanerie auf, was ihm die Feindschaft von A.Conan Doyle zuzog
  • 1935 Schwerpunkt Bibliographie, Herausgeber des Journal of Documentation
  • 1942 Militärdienst in der British Artillery
  • 1950 Besterman baut eine Sammlung der Werke und Handschriften Voltaires in seinem Privathaus auf, einer Villa in Hampstead (Vorstadt im Norden Londons), das Haus wird dafür bald zu klein
  • 1952 Umzug nach Genf
  • 1954 Das Institut und Musée de Voltaire in Genf (Les Délices) eröffnet. Besterman wird Direktor auf Lebenszeit
  • 1955 Herausgeber der Studies on Voltaire and the Eighteenth Century
  • 1969 Rückkehr nach England , seine Voltaire Biographie erscheint
  • 1976 Besterman stirbt am 10. November in Banbury unweit von London

Werke

  • Mrs Anni Besant, a modern prophet (London 1934) Biographie der bedeutenden Freiheitskämpferin, die zwischen Aufklärung und Esoterik schwankte.
  • Men against women a study of sexual relations (1934)  Anthropologische Studie. Untersucht die männliche Angst gegenüber dem Weiblichen und interpretiert feindselige Verhaltensweisen als Schutz vor weiblicher Schwäche.
  • A World Bibliographie of Bibliographies (1939). Bestermann unternimmt die Mammutaufgabe, alle jemals erschienenen Bibliographien zusammenzustellen.
  • The love letters of Voltaire to his niece (1958) , Besterman entdeckt als erster die Liebesbriefe an Mme. de Denis, die klar beweisen, daß Voltaires Beziehung  zu seiner Nichte sexueller Natur war.
  • Voltaires Correspondence (1953 – 65) 107 vols Bestermans unermüdlichem Fleiß und seiner Sammlerleidenschaft ist die erste Systematik von Voltaires Briefen zu verdanken.
  • Voltaire (1969)bis heute die beste Voltairebiographie zwischen zwei Buchdeckeln.
  • Voltaire Philosophical dictionary (1972) Bestermans erkannte die Bedeutung des Dictionnaire und übersetzte es ins Englische

Links/Sekundärliteratur:

Julia, Aurélie, Voltaire in Oxford,Revue des deux Mondes, 10/2011 
Der Artikel zeichnet sehr unterhaltsam den Weg nach, auf dem Bestermans Voltaire Stiftung nach Oxford gekommen ist und berichtet, wie dort bis zum heutigen Tag an der Herausgabe der wissenschaftlichen Gesamtausgabe Voltaires gearbeitet wird.  Den Artikel in deutscher Übersetzung (Auszug) lesen

Internet: Biographische Skizze Bestermans (pdf) von Giles Barber, 2010, in englischer Sprache

oder (pdf): A personal memoir of his step-grandfather by Tristram Besterman Cornwall, March 2015 – Voltaire Foundation – University of Oxford