David Bodanis: Émilie und Voltaire, Eine Liebe in Zeiten der Aufklärung. Deutsch von Hubert Mania, Reinbeck 2007, 443 S.

Bodanis Châtelet

David Bodanis ist Autor diverser Werke über bedeutende Entdeckungen der Wissenschaft. Bodanis Verdienst ist es, dem durchschnittlich Informierten  physikalische Zusammenhänge, die üblicherweise – mit dem Namen einer berühmten Person etikettiert – unverstanden im Wissensspeicher der Halbbildung abgelegt werden, verständlich zu machen, indem er sie in ihrem historischen Zusammenhang zeigt und beleuchtet. Während er sich mit der Relativitätstheorie Einsteins beschäftigte, entdeckte er Émilie du Châtelet, deren Geschichte ihn so faszinierte, dass er beschloss, ihrem Leben und Schaffen mit ‚Passionate Minds‚ – so lautet der Titel seines Buches in der englischen Originalausgabe – ein eigenes Werk zu widmen.

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Etienne Bonnot de Condillac: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis. Übersetzt, herausgegeben und mit einer Einführung versehen von Angelika Oppenheimer, Könighausen & Neumann, 306 S.

Condillac (1715-1780) ist nicht irgendein Philosoph, er war der meistgelesene und äußerst vielseitige Autor in der Nachfolge des Sensualismus/Empirismus, der als Erster die Bedeutung der Sprache für den Erkenntnisprozess und die Notwendigkeit erkannte, Phylogenese und Ontogenese erkenntnistheoretisch zu verbinden. „Etienne Bonnot de Condillac: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis. Übersetzt, herausgegeben und mit einer Einführung versehen von Angelika Oppenheimer, Könighausen & Neumann, 306 S.“ weiterlesen

Pierre Lepape: Voltaire, le conquérant, Seuil: Paris, 1994, deutsch: Voltaire oder die Geburt des Intellektuellen im Zeitalter der Aufklärung, aus dem Französischen von Gabriele Krüger-Wirrer, Campus: Frankfurt/M, 1996, 376 S.

Die Arbeit Lepapes, eines Journalisten der renommierten Zeitung Le Monde, will keine Biographie sein – der deutsche Titel zeigt die wirkliche Absicht schon eher – , ist aber dennoch biographisch im besten Sinne des Wortes: das Werk folgt den Spuren, die Voltaire, auch um zu täuschen, gelegt hat, gewissenhaft und zuverlässig, in der Absicht, die richtige Fährte nicht aus dem Blick zu verlieren – und, je weiter sein Text voranschreitet, gelingt ihm sein anspruchsvolles Vorhaben immer besser.

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Voltaire, Der Fanatismus oder Mohammed, Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Tobias Roth, Berlin: Verlag das kulturelle Gedächtnis, 2017, 175 S..

Die erste Übersetzung der Tragödie Voltaires nach Goethe, eingeleitet von der antiklerikalen Predigt der Fünfzig, mit der sich Voltaire sehr viel Ärger eingehandelt hat, gefolgt von dem Essay ‚Von dem Korane und dem Mahomed‘ in der Übersetzung von Lessing und dem Widmungsbrief an Friedrich II.

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Canfora, Luciano, Europa, der Westen und die Sklaverei des Kapitals, Köln: PapyRossa, 2018, 107 S.

Canfora

Der italienische Historiker Canfora beschäftigt sich in diesem kleinen Büchlein, das auf Italienisch ‚La sciavitú del capitale’ heißt, mit dem Blick des Westens auf den Rest der Welt, genauer gesagt, unternimmt er einen kleinen Ausflug in die Begriffsgeschichte der Rede von ‚dem Westen’. Wen das Gerede von ‚dem Westen’, der dies oder jenes so oder so sehe, auch schon gestört hat, wird sich aus diesem Text Aufklärung erhoffen und ihn mit Interesse lesen. Allerdings ist es aus unserer Sicht irritierend, daß Canfora ausgerechnet Voltaire an den Beginn eines Kapitels stellt, das sich mit den Anfängen des sogenannten westlichen Blicks beschäftigt, den er mit Rassismus, Kolonialismus und eben auch schiavitú‚ Sklaverei, verknüpft.

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Philipp Blom, Böse Philosophen, Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München: dtv 2013, 400 S.

Blom

(Erstausgabe Hanser 2011)
Ein Autor, der schon im Prolog (S.17) mit dem Satz aufwartet: “Voltaires … Gedanken bestehen aus nicht viel mehr als gesundem Menschenverstand, mit viel Witz auf Hochglanz poliert, während seine politischen Kampagnen und seine Positionierung ihn als gerissenen, mit allen Wassern gewaschenen Politprofi zeigen, dem letztendlich nichts wichtiger war als die eigene Reputation und das eigene beträchtliche Vermögen“ wird von unserer Seite – wen wird das erstaunen – kaum Sympathie erwarten dürfen: Hat er von Voltaire nichts gelesen? Alles nur abgeschrieben?

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Jörg Kreutz, Cosimo Alessandro Collini (1727 – 1806),Ein europäischer Aufklärer am kurpfälzischen Hof, Ubstadt-Weiher: Verlag Regionalkultur 2009, 682 S.

Kreutz Collini

Mit erstaunlicher Detailgenauigkeit geht Jörg Kreutz zu Werke, um der Biographie Collinis auf die Spur zu kommen. Dabei zieht er alles heran, was vor allem die französische Voltaireforschung in den letzten Jahrzehnten in akribischer Kleinarbeit zu Tage gefördert hat. Das Buch ist daher äußerst materialschwer, von 650 Seiten nimmt allein das Quellen und Literaturverzeichnis schon ein Drittel ein, die Anmerkungen besetzen fast ein weiteres Drittel, so daß der eigentlich interessante und flüssig geschriebene Text leider in einem Wald von Querverweisen unterzugehen droht.

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