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La Ligue ou Henri le Grand, poème épique par M. de Voltaire, Genève 1723, Jean Mokpap, 231 p. ...deutsch Diese erste Ausgabe, mit zahlreichen Auslassungen, auf schlechtem Papier, wurde geheim in Rouen bei A.Viret gedruckt und in Paris heimlich unter die Leute gebracht. Erst 1726 erschein eine von Voltaire besorgte Ausgabe, die der Königin von England gewidmet war. Voltaires Heldengesang auf Heinrich IV, König von Frankreich,  dem mit dem Edikt von Nantes die Beendigung der Hugenottenkriege zu verdanken war. Die Henriade enthält eine Schilderung der Bartholomäusnacht und ist eine vehemente Kritik an der Politik der katholischen Kirche und deren Kreatur Katharina di Medici. Als eines der ersten und bedeutendsten Werke Voltaires zeugt dieses Epos davon, dass die religions- und kirchenkritische Haltung nicht erst die 3. Schaffensperiode Voltaires bestimmt, sondern von Anfang an eine entscheidende Grundlinie war, ohne die man sein Werk nicht versteht.

Histoire de Charles XII. Roi de Suède,  Rouen 1731, Jore. ...deutsch Karl XII, der durch seine furchtlose und entschlosseneKarl der XII bei seiner Lieblingbeschäftigung: Mit einer Handvoll Getreuer unter Kanonenbeschuß einen übermächtigen Gegner angreifen. “Perire Potest Timere Nescit”: Wenn du auch untergingest, Angst kennst du nicht.                      Kriegsführung ganz Europa in Angst und Schrecken versetzt hatte, beeindruckte Voltaire durch seine damals (und heute) bei Herrschern sehr seltenen Charaktereigenschaften: Bescheidenheit, Mut, Gerechtigkeit und Freigiebigkeit. Karl XII ließ nicht seine Soldaten kämpfen, während er sich selbst in Palästen vergnügte, sondern teilte das Los seiner Leute in jeder Hinsicht. Nur dadurch war er als unfehlbare Führungspersönlichkeit anerkannt. Vor diesem Hintergrund und durch kluge Kriegsführung gelang es dem schwedischen Heer, selbst übermächtige Gegner vernichtend zu schlagen. Voltaire gibt mit der Geschichte Karls XII. ein Bild der Zeit um 1700, das aufgrund seiner erstklassigen und gewissenhaft ausgewerteten  Quellen, so denen des Ex-Polenkönigs Stanislas, eines Parteigängers Karl XII., den Voltaire  öfter in Lunéville (Lothringen) besucht hat, bis heute Gültigkeit besitzt und nie langweilig ist. Die Spannung resultiert aus der mitreissenden Bewunderung für einen Menschen, der seinen Leidenschaften voll und ganz, ohne jeden Kompromiss folgt und gerade durch diese extreme Konsequenz auf seinen unvermeidlichen,  tragischen Untergang zusteuert.  Von der ersten Ausgabe, die heimlich erscheinen musste und alsbald verboten wurde, ist kein Exemplar erhalten....Zitate

Le siècle de Louis XIV (de M.de Francheville) Berlin 1751 C.F.Henning....deutsch “Wenn irgendein Fürst oder Minister in diesem Werk unbequeme Wahrheiten finden sollte, dann soll er sich daran erinnern, dass sie, die öffentliche Persönlichkeiten sind, der Öffentlichkeit Rechenschaft über ihre Handlungen schulden; dass sie um diesen Preis ihre Größe erwerben; dass die Geschichte eine Zeugin ist, keine Schmeichlerin, und dass das einzige Mittel, die Menschen zu bewegen, Gutes von uns zu sagen, darin besteht, Gutes zu tun.”  Einmaliges Geschichtswerk, an dem Voltaire 20 Jahre lang gearbeitet hat. Es ist bis heute als Gesamtdarstellung der Zeit Ludwig XIV. ein Klassiker geblieben, denn Voltaire verliert sich nicht in Details, sondern behält bei aller Komplexität den Überblick. Ein außerordentlicher Genuss für historisch interessierte Leser. Das Werk erscheint - erstmals im Französichen - mit konsequenter Kleinschreibeung.
Gleich zu Beginn nennt Voltaire seine beiden zentralen Kriterien zur Beurteilung einer Epoche: die Entwicklung der Kunst und die  Bedeutung der Wissenschaft. Kriterien, die heute, angesichts der restlosen Vernichtung der zentralen Einrichtungen irakischer Kultur: der Nationalbibliothek und des Nationalmuseums durch Plünderung und Brandschatzung, während zur gleichen Zeit die irakischen Ministerien für Öl und innere Angelegenheiten durch US-Soldaten geschützt wurden, nichts an Bedeutung verloren haben.

Histoire de la guerre de MDCCXLI. 2 Tle in 1 Bd. Den Haag, 1755. Als offizieller Historiograph des Königs hatte Voltaire den Auftrag erhalten, die für Frankreich ruhmreiche erste Phase des österreichischen Erbfolgekrieges zu schildern. Trotz seiner Stellung verstand Voltaire seine Aufgabe nicht im Sinne geschichtsklitternder Schmeichelei, sondern als Beitrag zur objektiven Geschichtsschreibung. "Mon histoire sera l'ouvrage de l'historiographe d'un honnete homme, plutot que le travail de l'historigraphe d'un roi. Je crois qu'on peut dire la verité, quand on la dit avec moderation et je sais que mon maitre l'aime. Je ne suis ni un flatteur, ni un ecrivain de satires". Weitere Ausgaben sind nicht erschienen, da Voltaire das Material später teils in sein 'Siecle de Louis XIV', teils in seinen 'Précis du siecle de Louis XV' eingefügt hat.

ESSAI sur les moeurs et l'ésprit des nations et sur les principaux faits de l`histoire depuis Charlemagne jusqu`au Louis XIII. Genf 1756 ...deutsch Eines der wichtigsten Werke Voltaires, sehr umfangreich - vielleicht deshalb so selten auf Deutsch veröffentlicht. Hier ist zum ersten Mal der Versuch unternommen worden, die Geschichte als Weltgeschichte in ihren unterschiedlichen Entwicklungen und Bereichen zu zeigen und  trotzdem als Gesamtbild begreifbar zu machen. ...mehr

Histoire de l`Empire de Russie sous Pierre le Grand. ...deutsch 1. Bd  Genf 1759, 2. Bd. 1763  (Cramer), 416 Seiten. Einer Anregung des russischen Adligen Weselowski folgend, unternimmt es Voltaire, die Leistungen Peters des Großen, der Russland aus dem Mittelalter führte, zu schildern.

 

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