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Voltaire Werkverzeichnis Deutsch







Kurzbiographie Voltaires lesen


Comtesse von Bentinck Freundin Voltaires


Kurze Geschichte des Marquisat

Marquisat Schloß Sanssouci
    Ausschnitt aus einem Ölgemälde von Dubois 1747, Schloss Sanssouci. Links außen sieht man das Marquisat


Die Brandenburger Vorstadt, wo das Marquisat lag, war im 18. Jahrhundert eine idyllische Gartenlandschaft, bis dann Ende des Jahrhunderts das Gelände durch seine Nähe zur Havel für Manufakturen und Industrieunternehmen interessant wurde. Aus Urkunden diverser Kaufverträge erhält man zu den Anfängen des Marquisats folgende Daten (Seligo,Mitteilungen)

19.September 1748
Markgraf Karl tauscht seinen Garten mit Friedrich II gegen einen Zug preußischer Pferde, 1.Oktober 1748 Friedrich II schenkt den Garten dem Marqis d'Argens zur freien Verfügung, 26.September 1749 verschenkt d'Argens einen Teil des Grundstücks an den Windmüller Stolpe ,27.Mai 1750 Baurechnung deutet auf Umbaumaßnahmen am Marquisat hin, vielleicht die zweiflügelige Erweiterung, über d'Argens in einem Brief berichtet, 9.Juni 1752 Marquis d'Argens verkauft das restliche Grundstück an den Kabinettsrat Eichel, 25.März.1768  Leinwandfabrikant Fischer erwirbt von Kabinettsrat Eichel den Garten mit Wohnhaus für 4500 Thaler.

Marquis d'Argens hat das Gebäude also schon 4 Jahre nach der Schenkung wieder abgegeben. Er schreibt in seinen Memoiren, die eine Veröffentlichung in deutscher Sprache mindestens ebenso verdient hätten, wie die Casanovas, dass Friedrich die Wände in den Räumen vor der Übergabe an d'Argens mit Szenen aus dessen Leben dekorieren liess, um ihn zu verspotten. Vielleicht hat d'Argens das Gebäude deshalb schon nach vier Jahren wieder verkauft - wahrscheinlicher ist, daß es an der insgesamt problematischen Beziehung zu Friedrich lag, von dem d'Argens finanziell vollkommen abhängig war.

Über den Aufenthalt Voltaires vom 6. März 1751 bis Ende Juli wissen wir einiges aus seinen Briefen. Ihm scheint es dort einerseits ganz gut gefallen zu haben, denn die Abgeschiedenheit lässt ihm Raum für die Arbeit an seinem Werk Le siècle de Louis XIV und für ein wenig Privatleben. Andererseits ist ihm klar, daß die Lage gefährlich werden könnte, wenn er Friedrichs Gunst nicht wiedererlangte. Deshalb gibt es aus dieser Zeit äußerst unwürdige und kriecherische Briefe von Voltaire an den König. Ansonsten kümmert sich Voltaire um  die Angelegenheiten der Comtesse de Bentinck, die man nach ihrer Scheidung um Hab und Gut gebracht hat.