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Kurzbiographie Voltaires lesen


Comtesse von Bentinck Freundin Voltaires

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Voltaire begann schon früh in Reimen und in verschiedenen Versmaßen zu schreiben und brachte es darin zu beachtlicher Meisterschaft. Er verfasste unzählige Gedichte, die er einzeln veröffentlichte oder in seine Korrespondenz einschloss. Jenseits seiner lyrischen Kunstwerke war er jederzeit in der Lage, frei in Reimen zu sprechen und zu schreiben. Nachfolgend einige wenige der bedeutendsten (Lehr-) Gedichte.
Eine Sammlung der Gedichte Voltaires in deutscher Sprache ist außer dem Büchlein von Hermann Burte (Voltaire, Gedichte, München Berlin, Oldenbourg 1935 (Corona Verlag) 69 S.) nicht erschienen,  vereinzelt finden sie sich in den genannten Werksammlungen.

Le pour et le contre  auch 'Epitres à Uranie' 1722, erstmals gedruckt um 1733, von Voltaire zuerst selbst veröffentlicht in der Werkausgabe von 1772. Mit diesem Gedicht zeigt Voltaire seiner damaligen Geliebten, der Madame de Rupelmonde, die Absurdität des Christentums und versucht sie von der Überlegenheit einer  religionsunabhängigen, humanistischen Morallehre zu überzeugen......deutsche Übertragung

l'Ode sur la mort de Mlle Lecouvreur 1730  Voltaires bewegende Anklage an die Pariser gute Gesellschaft und an die Kirche, die es zu verantworten hatten, dass die zu Lebzeiten gefeierte Schauspielerin Adriane Lecouvreur, mit der Voltaire eng befreundet war, nicht einmal ein ordentliches Begräbnis erhielt und ihr Leichnam nahe der Seine auf einem Acker verscharrt wurde.
...deutsche Übertragung

Le Temple du Goût 1733, bei Jore in Rouen erschienen. Es handelt sich um eine Literatur- und Kunstkritik vieler Werke der Zeit. Voltaire erzählt, wie er einmal die Gelegenheit bekam, in das Heiligtum der Gottheit des guten Geschmacks zu gelangen, wer unter denen war, die an der Tür kratzten, aber nicht hinein durften und wen er dort im Allerheiligsten antraf. Die kleine Schrift, halb in Prosa, halb in Versen, ist sehr launig geschrieben und hat Voltaire zahlreiche Feinde eingetragen.

Discours en vers sur l'homme,  1734, erstmals erschienen in Oeuvres, Amsterdam 1745. Versdichtung in 7 Teilen, die die großen Fragen der Gleichheit der Menschen, des Glücks und der besten Gesellschaftsform behandeln. Allen, die Voltaire übergroße Sympathie für die Monarchie unterstellen, sollten sich den Beginn der 3. Abhandlung zu Gemüte führen: "Wenn der Mensch  geschaffen ist, frei zu sein, muss er sich selbst regieren, wenn der Mensch Tyrannen hat, muss er sie stürzen". Diese beiden Verse werden auf dem Karren stehen, der 1791 Voltaires sterbliche Überreste von Sellières nach Paris ins Panthéon bringen wird.

Le Mondain ou l'apologie du luxe,  1736, erstmals erschienen in Oeuvres, Amsterdam 1745. Voltaire verteidigt in diesem Gedicht die Vorzüge der Moderne, des Luxus, von Seife und Körperhygiene, die die Sexualität angenehmer machen und zieht sich den Hass der Kirche zu, weil er den Luxus dem Naturzustand Adam und Evas vorzieht. Er flieht vor der Staatspolizei nach Holland ...Textauszug

Poeme sur le desastre de Lissabonne, 1755,  ist Voltaires Reaktion auf das Erdbeben von Lissabon vom 1. November 1755, das die Stadt zerstörte und Tausende das Leben kostete. Voltaire nimmt das Erdbeben zum Anlass, Leibnitz' Lehre von der besten aller Welten sowie den Optimismus mit seinem "Alles ist gut" (Pope) als Lebenseinstellung ad absurdum zu führen. Er greift außerdem die Anhänger der göttlichen Vorsehung an - sollen sie angesichts der Leiden und des Todes so vieler Unschuldiger doch erklären, wie ein göttlicher Wille beschaffen sein müsste, der solches nicht verhindert. Natürlich wurde das Gedicht verboten und 1759 öffentlich verbrannt. Auf Voltaires Gedicht antwortete J.J.Rousseau mit seinem unsäglichen "Discours sur l'origine de l'inégalité parmi des hommes".   

 

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