Jörg Kreutz, Cosimo Alessandro Collini (1727 – 1806),Ein europäischer Aufklärer am kurpfälzischen Hof, Ubstadt-Weiher: Verlag Regionalkultur 2009, 682 S.

Erschienen: Ubstadt 2009

Mit erstaunlicher Detailgenauigkeit geht Jörg Kreutz zu Werke, um der Biographie Collinis auf die Spur zu kommen. Dabei zieht er alles heran, was vor allem die französische Voltaireforschung in den letzten Jahrzehnten in akribischer Kleinarbeit zu Tage gefördert hat. Das Buch ist daher äußerst materialschwer, von 650 Seiten nimmt allein das Quellen und Literaturverzeichnis schon ein Drittel ein, die Anmerkungen besetzen fast ein weiteres Drittel, so daß der eigentlich interessante und flüssig geschriebene Text leider in einem Wald von Querverweisen unterzugehen droht.

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David Bodanis: Émilie und Voltaire, Eine Liebe in Zeiten der Aufklärung. Deutsch von Hubert Mania, 443 S.

Erschienen: Reinbek 2007

David Bodanis ist Autor diverser Werke über bedeutende Entdeckungen der Wissenschaft. Bodanis Verdienst ist es, dem durchschnittlich Informierten  physikalische Zusammenhänge, die üblicherweise – mit dem Namen einer berühmten Person etikettiert – unverstanden im Wissensspeicher der Halbbildung abgelegt werden, verständlich zu machen, indem er sie in ihrem historischen Zusammenhang zeigt und beleuchtet. Während er sich mit der Relativitätstheorie Einsteins beschäftigte, entdeckte er Émilie du Châtelet, deren Geschichte ihn so faszinierte, dass er beschloss, ihrem Leben und Schaffen mit ‚Passionate Minds‚ – so lautet der Titel seines Buches in der englischen Originalausgabe – ein eigenes Werk zu widmen.

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Etienne Bonnot de Condillac: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis. Übersetzt, herausgegeben und mit einer Einführung versehen von Angelika Oppenheimer, Könighausen & Neumann, 306 S.

Erschienen: Würzburg 2006

Condillac (1715-1780) ist nicht irgendein Philosoph, er war der meistgelesene und äußerst vielseitige Autor in der Nachfolge des Sensualismus/Empirismus, der als Erster die Bedeutung der Sprache für den Erkenntnisprozess und die Notwendigkeit erkannte, Phylogenese und Ontogenese erkenntnistheoretisch zu verbinden.

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Pierre Lepape: Voltaire, le conquérant, Seuil: Paris, 1994, deutsch: Voltaire oder die Geburt des Intellektuellen im Zeitalter der Aufklärung, aus dem Französischen von Gabriele Krüger-Wirrer, Campus: Frankfurt/M, 1996, 376 S.

Erschienen: Frankfurt/M 1996

Die Arbeit Lepapes, eines Journalisten der renommierten Zeitung Le Monde, will keine Biographie sein – der deutsche Titel zeigt die wirkliche Absicht schon eher – , ist aber dennoch biographisch im besten Sinne des Wortes: das Werk folgt den Spuren, die Voltaire, auch um zu täuschen, gelegt hat, gewissenhaft und zuverlässig, in der Absicht, die richtige Fährte nicht aus dem Blick zu verlieren – und, je weiter sein Text voranschreitet, gelingt ihm sein anspruchsvolles Vorhaben immer besser. 

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