Das Marquisat

Das Marquisat

Skizze des Bauplans (Aquarell nach J.A. Euler 1749)

Das nach dem Marquis d'Argens benannte Marquisat war eine kleine Gartenvilla mit grossem, parkähnlichen Garten vor dem Brandenburger Tor Potsdams.  Das heute nicht mehr existierende Marquisat hatte Prinz Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt (1714-1744), vermutlich nach Plänen von Knobelsdorffs, zwischen 1740 und 1744 errichten lassen. Ein Jahr nach Fertigstellung von Schloss Sanssouci erwarb es Friedrich II und schenkte es seinem Freund, dem Marquis d'Argens. Das Gebäude war einstöckig, hatte nach dem Grundriss einen Eingangssalon und davon abgehend, 2 Zimmer. Man konnte von innen über eine Wendeltreppe auf das Dach gelangen und den wunderschönen Blick über die Havellandschaft geniessen.

Von März bis August 1751, wohnte Voltaire im Marquisat. Er hatte sich mit Friedrich in der Staatsanleihen-Affäre überworfen und nutzte das Marquisat als Rückzugsort, fussläufig zu den königlichen Schlössern.

Hier die Lage des Marquisats (roter Pfeil) an der Havel, neben dem Dampfhaus im türkischen Stil ('Moschee') auf dem zugegeben unscharfen Stadtplan von Potsdam - in Luftlinie zum Schloss dürften es ca. 1,5 km sein:

Links/Sekundärliteratur zum Marquisat

(wir bedanken uns bei Frau Gabriele Fairon für die wertvollen Hinweise zur Geschichte des Marquisat)

o Seligo, Das Marquisat in der Brandenburger Vorstadt von Potsdam, in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Potsdams, Nr.89 LXXXIX (1866), S.80-- 91

o Ausstellungskatalog Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff : 1699 – 1753, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Berlin-Brandenburg 1999, S. 107ff

o Hohenstein, Erhart, 3 teilige Artikelserie zum Marquisat 1994 Potsdamer neue Nachrichten, 23.12.,31.12.1994, 6.1.1995 und ders., 'Lessing ist sieben Wochen in Potsdam gewesen',

o Wernicke, Thomas, 'Marquisat' an der Havelbucht, Märkische Volksstimme, 21.11.1987

Kurze Geschichte des Marquisat

Ausschnitt aus einem Ölgemälde von Dubois 1747, Schloss Sanssouci. Links außen sieht man das Marquisat

Die Brandenburger Vorstadt, wo das Marquisat lag, war im 18. Jahrhundert eine idyllische Gartenlandschaft, bis dann Ende des Jahrhunderts das Gelände durch seine Nähe zur Havel für Manufakturen und Industrieunternehmen interessant wurde. Aus Urkunden diverser Kaufverträge erhält man zu den Anfängen des Marquisats folgende Daten (Seligo,Mitteilungen)

19.September 1748 Markgraf Karl tauscht seinen Garten mit Friedrich II gegen einen Zug preußischer Pferde, 1.Oktober 1748 Friedrich II schenkt den Garten dem Marqis d'Argens zur freien Verfügung, 26.September 1749 verschenkt d'Argens einen Teil des Grundstücks an den Windmüller Stolpe ,27.Mai 1750 Baurechnung deutet auf Umbaumaßnahmen am Marquisat hin, vielleicht die zweiflügelige Erweiterung, über d'Argens in einem Brief berichtet, 9.Juni 1752 Marquis d'Argens verkauft das restliche Grundstück an den Kabinettsrat Eichel, 25.März.1768 Leinwandfabrikant Fischer erwirbt von Kabinettsrat Eichel den Garten mit Wohnhaus für 4500 Thaler.

Marquis d'Argens hat das Gebäude also schon 4 Jahre nach der Schenkung wieder abgegeben. Er schreibt in seinen Memoiren, die eine Veröffentlichung in deutscher Sprache mindestens ebenso verdient hätten, wie die Casanovas, dass Friedrich die Wände in den Räumen vor der Übergabe an d'Argens mit Szenen aus dessen Leben dekorieren liess, um ihn zu verspotten. Vielleicht hat d'Argens das Gebäude deshalb schon nach vier Jahren wieder verkauft - wahrscheinlicher ist, daß es an der insgesamt problematischen Beziehung zu Friedrich lag, von dem d'Argens finanziell vollkommen abhängig war.

Über den Aufenthalt Voltaires vom 6. März 1751 bis Ende Juli wissen wir einiges aus seinen Briefen. Ihm scheint es dort einerseits ganz gut gefallen zu haben, denn die Abgeschiedenheit lässt ihm Raum für die Arbeit an seinem Werk Le siècle de Louis XIV und für ein wenig Privatleben. Andererseits ist ihm klar, daß die Lage gefährlich werden könnte, wenn er Friedrichs Gunst nicht wiedererlangte. Deshalb gibt es aus dieser Zeit äußerst unwürdige und kriecherische Briefe von Voltaire an den König. Ansonsten kümmert sich Voltaire um die Angelegenheiten der Comtesse de Bentinck, die man nach ihrer Scheidung um Hab und Gut gebracht hat.

Das Marquisat nach 1945

Nach 1945 stand an der Stelle des Marquisats ein großes Wohnhaus und zu DDR Zeiten erinnerten, zumindest bis zum Abriss des Gebäudes, zwei Gedenktafeln an die berühmten Bewohner, Lessing und Voltaire. Man kann die Tafeln auf dem Photo hier ganz gut erkennen (Märkische Volksstimme,1987):
 
Im April 1975 wird das Gelände am Havelufer einer umfangreichen Neugestaltung unterzogen. Das Haus mit den beiden Gedenktafeln wird abgerissen, an die Stelle der alten Bebauung soll ein Park und eine große Wohnanlage an der Leninallee/Werner Külzstrasse kommen. 1978 war die Neugestaltung abgeschlossen. Bis das fertig geplante Marquisat-Denkmal aufgestellt wurde, dauerte es bis 1991, nur die Strassen hiessen jetzt Zeppelinstrasse und Breite Strasse.

In einer hübsch angelegten Ecke des Parks erinnerten jetzt zwei Säulen mit zwei darauf montierten Bronzetafeln (man sieht sie gut auf dem Photo, das uns der Potsdamer Künstler Rainer Sperl freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat) an das früher hier stehende Marquisat und an die beiden berühmten Bewohner.

Kurze Zeit später wurde das Denkmal von Unbekannten beschmiert und verwüstet. Seitdem warten die beiden Säulen und der verwaiste Platz auf die gesäuberten oder erneuerten Tafeln. 20 Jahre danach hat es beim Kulturamt der Stadt noch niemand für nötig befunden, hier zumindest den früheren Zustand wieder herzustellen. Ein Zeitungsartikel in den Potsdamer Neuesten Nachrichten zu diesem Thema aus dem Jahr 1995 wies bereits auf den Missstand hin und zeigte ein Photo des geschändeten Denkmals:

Marquisat Denkmal zerstörtDie abgerissenen Bronzetafeln müsse man wohl in der Havelbucht suchen, meint der Autor Ehrhart Hohenstein am Ende seiner informativen 4 teiligen Artikelserie über die Geschichte des Marquisat und seiner Bewohner. Und: "Das Andenken Voltaires wird in seinem einstigen Aufenthaltsort immer noch recht stiefmütterlich behandelt". Daran hat sich bis heute (2015) nichts geändert.

Vaux

Chateau Vaux-le-Vicomte

Madame de Villars, Ausschnitt Gemälde in Vaux-le-Vicomte

Vaux-le-Vicomte war - und ist - eines der schönsten Schlösser Frankreichs. Es liegt in Melun, ganz in der Nähe von Paris und wurde vom Architekten Le Vau, dem Dekorateur Le Brun und dem Landschaftgärtner Le Nôtre, jeder ein Meister seines Fachs, für Fouquet, Finanzminister, damals der zweitmächtigste Mann  Frankreichs, erbaut (1641).
Fouquet schöpfte aus dem Vollen - seine Phantasien von Macht und Schönheit, Natur und Eleganz, Luxus und Geometrie - hier in Vaux hat er sie verewigt.
Am 17.8.1661 feierte Fouquet (1615 1680) ein Einweihungsfest mit 600 Gästen, zu Ehren Ludwigs XIV. natürlich. Die Einweihungsfeiern stellten die Feste des Königs weit in den Schatten - ein grober Fehler Fouquets. Kurz danach wurde er verhaftet. Der Prozess wegen Veruntreuung von Staatsgeldern dauerte 3 Jahre und endete mit Fouquets Verurteilung zu lebenslanger Verbannung . Ludwig XIV intervenierte - es war das einzige Mal in der Geschichte der französischen Monarchie - um das Urteil zu lebenslanger Haft zu verschärfen. Das Urteil wurde vollstreckt und Fouquet blieb bis zu seinem Tode in Pignerol eingekerkert.

Für Voltaire war Vaux-le-Vicomte der Ort einer großen Liebe. Hier lebte und liebte nämlich Madame de Villars, eine lebenslustige und hochgebildete, dazu attraktive, sich ihrer Reize sehr bewusste Frau des Hochadels. Sie erkannte in Voltaire, vielleicht als erste, den großen Dichter - aber nicht den sie begehrenden jungen Mann.

 

Vaux-Villars - große Liebe

1719
Madame de Villars, Jeanne Angélique Roque de Varengeville (1682 - 1763) stammte aus einer begüterten Diplomatenfamilie, heiratete 1702 einen der ranghöchsten Militärs Frankreichs, den Maréchal und späteren Grafen von Villars. Sie war reich, gebildet und schön. Die erste Tugend interessierte vor allem ihren um 30 Jahre älteren Gatten, die zweite schätzte er, die dritte war ihm weniger wichtig, er interessierte sich, ebenso wie sie, eher für Männer.

Die 37 jährige Mareschallin wickelte den jungen Voltaire jedenfalls mit Leichtigkeit um den Finger, ohne ihn an sich herankommen zu lassen. Folglich war er unglücklich verliebt. Und trotzdem hat ihn in dieser misslichen Lage sein Humor, wie das folgende Gedicht zu Ehren der Frau von Villars zeigt, nicht verlassen:

Divinité que le ciel fit pour plaire,
Vous qu’il orna des charmes les plus doux,
Vous que l’Amour prend toujours pour sa mère,
Quoiqu’il sait bien que Mars est votre époux;
Qu’avec regret je me vois loin de vous!
Et quand Sully quittera ce rivage,
Où je devrais, solitaire et sauvage,
Loin de vos yeux vivre jusqu’au cercueil,
Qu’avec plaisir, peut-être trop peu sage,
J’irai chez vous, sur les bords de l’Arcueil,
Vous adresser mes voeux et mon hommage!

C’est là que je dirai tout ce que vos beautés
Inspirent de tendresse à ma muse éperdue:
Les arbres de Villars en seront enchantés,
Mais vous n’en serez point émue.
N’importe: c’est assez pour moi de votre vue,
Et je suis trop heureux si jamais l’univers
Peut apprendre un jour dans mes vers
Combien pour vos amis vous êtes adorable,
Combien vous haïssez les manèges des cours,
Vos bontés, vos vertus, ce charme inexprimable
Qui, comme dans vos yeux, règne en tous vos discours
L’avenir quelque jour, en lisant cet ouvrage,
Puisqu’il est fait pour vous, en chérira les traits:
Cet auteur, dira-t-on, qui peignit tant d’attraits,
N’eut jamais d’eux pour son partage
Que de petits soupers où l’on buvait très frais;
Mais il mérita davantage.

 
Göttliche, vom Himmel geschaffen, um zu gefallen
Ihr, die er mit zartester Anmut bekränzt,
Ihr, die Amor stets zur Mutter erwählte,
Obwohl er wohl weiß, daß Mars Ihr Gemahl ist;
Mit Bedauern sehe ich mich so weit von Ihnen,
Und wenn Sully diese Gestaden verlassen wird,
An denen ich leben muß, einsam und verlassen,
Weit von Euren Blicken, bis hin zum Grab,
Mit Vergnügen werde ich, vielleicht sehr unklug,
Zu Euch kommen, an die Ufer der Arcueil,
Um Euch meine Wünsche und meine Huldigung zu entbieten!
Da werde ich erklären, wie sehr Eure Schönheit
Meine entfesselte Muse mit Zärtlichkeit erfüllt:
Das wird die Bäume von Villars entzücken,
Ihr aber werdet empfindungslos sein.
Was soll's: mir soll es genügen, Euch zu sehen;
Und ich bin überglücklich wenn die Welt
Eines Tages durch meine Verse erfährt,
Wie sehr Ihre Freunde Sie bewundert haben,
Wie sehr Ihr die Manege des Hofes hasstet,
Wie Eure Wohtaten, Eure Tugenden, diese Unausprechliche Anmut, Eure Blicke wie
Eure Worte bestimmten.
Liest man in der Zukunft dieses Werk, wird man,
Da für Euch gemacht. jene Wesenszüge lieben:
Hat dieser Autor, wird man sagen, nun so viele Vorzüge beschrieben,
Doch niemals hatte er mehr davon für sich als
Nette Soupers wo man sehr kalte Getränke trank;
Aber verdient hätte er mehr.

 

Ein Besuch in Vaux (2006)

Heute ist die riesige Schlossanlage ein Tourismusmagnet - mit allen Vor- und Nachteilen. Von Paris aus recht einfach zu erreichen, man fährt nur 30 Minuten bis nach Melun, zieht es vor allem am Wochenende zahlreiche Besucher hierher. Außer den sehr gut erhaltenen Schlossräumen und dem Park gibt es ein Kutschenmuseum mit Exemplaren aus drei Jahrhunderten, hier kann man den technischen Fortschritt auf dem Gebiet des Transportes sehr gut nachvollziehen - so hatte man zum Beispiel erst Ende des 17. Jahrhundert entdeckt, dass Gespanne besser um die Kurven kommen, wenn die Vorderräder kleiner als die Hinterräder sind und weitere 100 Jahre mussten vergehen, bevor man eine einigermaßen brauchbare Federung besaß- armer Voltaire! Auch der unheimlichen Geschichte des Mannes mit der eisernen Maske (-> A.Dumas) wird Referenz erwiesen, denn es geht das Gerücht, dass es Fouquet, der Erbauer von Vaux-le-Vicomte, war, der in dunklen Verliesen, eine eiserne Maske fest um den Kopf geschmiedet, die letzten Jahre seines Lebens zubringen musste.

Bildergalerie

 

Zugang Schloss

Brücke

Königszimmer 1

Königszimmer 2

Königszimmer 3

Speisezimmer

Schloss Toilette

Schloss Terrasse

Park 1

Park 2

Park 3

Kutsche 1

Kutsche 2

Kutsche 3

nach oben

Ussé

Chateau Ussé

Das Loireschloß Ussé, ganz aus weißem Tuffstein erbaut, liegt in der Nähe von Chinon, wunderschön an einer kleinen Anhöhe, etwa 200 km von Paris und 100 km von Orléans entfernt.
Ussé, einst Sitz einer Adelsclique, die sich hier am Rande des riesigen Waldes von Chinon einigelte und gegen ihre Rivalen behaupten wollte, wurde im 15. und 16. Jahrhundert zu einem repäsentativen, verspielten Landsitz ausgebaut, der sich für alle Vergnügungen, denen sich der Adel zur Zeit des Absolutismus hingab, hervorragend eignete, vor allem natürlich für Jagdgesellschaften, rauschende, festliche Empfänge und für Theateraufführungen, bei denen die Gäste oft auch Schauspieler waren. Für den jungen Voltaire sind das willkommene Abwechslungen zu seiner Arbeit (Jagdvergnügen schätzt er allerdings überhaupt nicht) und Gelegenheit um Freunde und Unterstützer zu finden.

Zur Zeit von Voltaires Aufenthalten gehörte das Schloss Louis Bernin de Valentinay II., Marquis d'Ussé (1663 - 1740) und seiner zweiten Frau, Anne de Carvoisin.
Angeblich soll Charles Perrault Ussé für sein Märchen Dornröschen als Vorlage genommen haben.

Ussé, Entspannung

1722
Ab 5. Dezember verbringt Voltaire im Schloss Ussé die kalte Jahreszeit, unterbrochen von einer Reise nach Schloss Bruel, zu Lord Bolingbroke in La Source bei Orléans und nach Schloss Blois.
Er bekommt natürlich (Zentralheizung unbekannt) auch eine schwere Erkältung. Erst im Februar 1723 verlässt er Ussé und kehrt nach Paris zurück

Ein Besuch in Ussé (2006)

Das Château d'Ussé ist noch heute in den Händen der Nachfahren der Grafen von Duras, die das Schloß Anfang des 19. Jahrhunderts gekauft hatten. Ein großer Teil des Schlosses - das man als "Dornröschenschloß" vermarktet -  ist der Öffentlichkeit zugänglich, man hat Szenen aus dem Märchen Perraults nachgebaut. Die Ausstellung zeigt Räume, die mit Originalmobiliar aus dem 18. Jahrhundert ausgestattet sind, eine sehenswerte Sammlung von Kleidungsstücken der Zeit, Porzellan, Waffen und anderes. Sehr schön ist die Terrassenanlage mit dem alten Baumbestand. Es gibt keine Schloßführung, jedoch Informationstafeln zu jedem Raum - auch auf Deutsch.

Um Ussé zu erreichen, fährt man am besten von Tours in Richtung Chinon, dort ist dann Rigny-Ussé ausgeschildert. Der am Haupteingang des Schlosses erhältliche Katalog ist reich bebildert, jedoch nicht sehr informativ, auch der Besuch Voltaires wird nicht erwähnt.  

Information:
Château d'Ussé  37420 Rigny Ussé Tel 0033247955405
Eintritt 11€
Öffnungszeiten: Von April bis September täglich 9.30 - 18.30.Uhr        www.tourisme.fr/usse

 


Übernachtungsempfehlung: In Chinon das Hotel Diderot oder das Hotel Agnès Sorel (sehr freundliche Leitung, hervorragendes Frühstück)

Sehr zu empfehlen sind die guten Chinon-Weine und auch Radtouren: es gibt spezielle Radwanderwege, Fahrräder werden überall zum Ausleihen angeboten. Broschüren kann man (englisch) bestellen bei: CDT Touraine BP 3217 F 37032 Tours Cedex

Sully

Chateau de Sully

Das Chateau de Sully, 1102 erstmals erwähnt, war der zu Beginn des 17. Jahrhunderts prunkvoll im Stil der Renaissance erweiterte Landsitz des calvinistischen Adelsgeschlechts der Grafen von Sully. Der erste Graf, Maximilian de Bethune, genannt 'der große Sully' (1560-1641) war Weggefährte Heinrichs IV, zu dessen Ehren Voltaire sein berühmtes Epos, die Henriade, schrieb, in der natürlich auch von Sully die Rede war. Mit seinem Nachfahren in 4.Generation, Maximilian Henri de Bethune, Duc de Sully, war Voltaire befreundet, er gehörte wie Voltaire zum Kreis des Temple, war literarisch interessiert und ausschweifenden Festen sehr zugeneigt. So war es für Voltaire eigentlich eine geringe Strafe, als er 1716 nach Sully ins Exil verbannt wurde. Er schrieb in einem Brief:

Das Schloss liegt in einer der schönsten Landschaften der Welt. Da ist ein herrlicher Wald, in dem alle Bäume verstümmelt sind durch Schelme und Liebesleute, die sich damit vergnügt haben, ihre Namen in die Rinde zu schneiden....Sie werden vielleicht erstaunt sein, wenn ich Ihnen sage, dass wir in diesem schönen Wald weiße Nächte wie in Sceaux feiern (...)  Mme de La Vrillière war sehr überrascht, sich hier in einem großen Ulmensaal zu finden, erleuchtet von unzähligen Lampions und zum Klang der Instrumente großartige Leckerbissen serviert zu bekommen, gefolgt von einem Ball, auf dem mehr als hundert Masken in prächtigen Kostümen auftraten.

Sully- süße Verbannung

Mai 1716 - Oktober 1716
Voltaire lebte als aus Paris Verbannter ein knappes halbes Jahr in einem Turmzimmer des Schlosses von Sully.

Er hatte sich den Zorn des Regenten Philippe d`Orléans zugezogen, der ihn verdächtigte, ein satirisches Epigramm ("J'ai vu") herausgebracht zu haben, das Madame la Duchesse du Berry, Tochter des Regenten, des Inzests mit ihrem Vater bezichtigte:

Enfin votre esprit est guéri  
Des craintes du vulgaire;  
Belle Duchesse de Berry,  
Achevez le mystère.  
Un nouveau Lot vous sert d’époux,  
Mère des Moabites  
Puisse bientôt naître de vous  
Un peuple d’Ammonites!
 
Endlich ist Ihr Geist geheilt
Von der Furcht vor dem Vulgären;
Schöne Duchesse de Berry,
Vollenden Sie das Mysterium. 
Ein neuer Lot dient Ihnen als Gemahl
Mutter der Moabiter
Möge bald aus Ihnen hervorgehen
Ein Volk von Ammoniter !*

*Für Bibelkenner sonnenklar, für andere reichlich verschlüsselt, hier die Auflösung:  Lot flüchtete mit seinen beiden Töchtern vor dem Zorn Gottes in eine Höhle. Weil weit und breit kein Mann war, der ihnen hätte Kinder machen können, legten sich die beiden Töchter - eine nach der anderen! - zu ihrem alten Vater und jede gebar - oh Wunder! - einen Sohn, die eine Moab, aus dem das Geschlecht der Moabiter, die andere Ammi, aus dem das Geschlecht der Ammoniter hervorging.
Voltaire erklärte, das Gedicht könne nicht von ihm sein, denn in einem Gedicht von ihm, bei den Jesuiten erzogen, würden niemals Moabiter oder Ammoniter, sondern höchstens "Sodomiter" verkommen. Humor gefiel dem Regenten gut und Voltaire durfte sich nach 5 Monaten Exil wieder in Paris aufhalten. 
Der Duc de Sully erwies sich später als schlechter Freund. Als Voltaire vor dem Hause Sullys verprügelt wurde, verweigerte er ihm seine Unterstützung. Voltaire eliminierte daraufhin das Geschlecht der Sullys fast vollständig aus seiner Henriade.
Und noch etwas geschah in Sully: Voltaire verliebte sich in Suzanne de Livry, mit der er Theaterstücke einübte und die er schließlich im Oktober 1716 als seine Geliebte nach Paris entführte - um ihr dort später (1719) als Jocaste in seinem Theaterstück 'Ödipus' zu einer ersten bedeutenden Rolle zu verhelfen.
Voltaire kehrte in Paris nicht mehr in das Haus des Vaters zurück, sondern quartierte sich im Gasthof 'Au Panier Vert' in die Rue de la Calandre ein, oder erholte sich in Saint-Ange, dem Landsitz der Caumartins. Ein halbes Jahr später wurde er wegen kritischer Äußerungen denunziert, verhaftet und für 11 Monate in die Bastille gesteckt.  Die Liebe blieb dabei allerdings auf der Strecke, Suzanne vergnügte sich derweil mit einem anderen, mit seinem Freund Génonville.
1719 kommt Voltaire im Frühsommer für kurze Zeit nach Sully, wahrscheinlich um sein Theaterstück Artemire zu verfassen, reist von dort ins nahe gelegenen Schloß Bruel, dann nach Villars und ist im Oktober wieder in Sully anzutreffen ("Mein Leben verläuft von Schloß zu Schloß") und auch im Jahr 1721 scheint er sich in Sully (und in Bruel) aufgehalten zu haben. 

Ein Besuch in Sully  (2005)

 

Obwohl das Schloss Sully auch heute noch in einer der schönsten Umgebungen der Welt, dem Tal der Loire, liegt, scheint es nicht gerade ein Besuchermagnet zu sein. Sicher, es kann dort sehr zugig und kalt sein und die riesigen Mauern verströmen keine romantische Atmosphäre. Gleichwohl ist es einen Besuch wert:
Das Schloss, seit 1962 in staatlichem Besitz, bietet mit seinen sorgfältig restaurierten Räumen und interessanten Führungen vielfältige Eindrücke. Außerdem werden Sonderausstellungen, Feste, Jahrmärkte veranstaltet. Ein traumhaftes Hinterland, ein wunderschöner Park laden zu Spaziergängen oder zu Fahrradtouren ein. Wer aus Deutschland nach Sully kommt, kann hier übernachten - Sully ist ein kleines Städtchen mit einigen Hotel-Restaurants und Pensionen, die Menschen sind hilfsbereit, freundlich - wir empfehlen jedoch, nach der Besichtigung Richtung Orléans weiterzufahren und sich unterwegs ein kleines Hotel auszusuchen, meist sind sie Inhabergeführt, mit phantastischer Küche und einer temperamentvollen Wirtin - wie etwa das Hotel-Restaurant Cheval Blanc in Patay.

 

Senones

Senones

Senones, Das Benediktinerkloster

1754 arbeitet Voltaire im Benediktinerkloster von Senones in der berühmten Bibliothek des Klosters an seinem Essai sur les moeurs. Seine Entgegnung auf Vorwürfe, daß er sich durch den Aufenthalt in einem Kloster mit dem Feind einlasse:

Es ist eine recht gute Kriegslist, zu seinen Feinden zu gehen, um sich mit Geschützen gegen sie zu versehen.

Der Prior Dom Calmet (1672 - 1757) war Humanist, Historiker Lothringens, großer Büchersammler (jährlich kamen 1000 Bücher nach Senones) und mit der Familie du Chatelet, deren Familiengenealogie er erstellt hatte, freundschaftlich verbunden, dadurch Voltaire seit langem bekannt und von ihm geschätzt.

Senones war zu dieser Zeit Hauptstadt eines seit 1751 unabhängigen Staates, des Fürstentums von Salm-Salm, das sich zwischen Frankreich und Deutschland, selbst in viele Kleinstaaten zersplittert, geschoben hatte. Seine Herrscher, die Grafen von Salm, hatten dem Kloster die Besitzrechte und die Rechtsprechung nach und nach entrissen und sich von dem, was dieses kleine Ländchen hergab, Schlösser, Bildersammlungen und ein luxuriöses Leben verschafft.

Senones, Studien

1754 9. Juni
Voltaire kommt aus Colmar über St. Dié ins Benediktinerkloster nach Senones und arbeitet dort in der berühmten Bibliothek des Klosters an dem  Essai sur les moeurs.

1754, 2. Juli
 
Abreise in den Kurort Plombières les Bains

Nach seinem Aufenthalt in Senones schreibt Voltaire diesen Dankesbrief an den Abbé Dom Calmet

A Plombières, le 16 juillet. 

Monsieur,

den Brief, mit dem sie mich ehren, vermehrt noch mein Bedauern, ihre ehrwürdige und liebenswerte Einsamkeit verlassen zu haben. Ich fand bei Ihnen obendrein mehr Hilfe für meine Seele als ich sie in Plombières für meinen Körper finde. Ihre Werke und Ihre Bibliothek haben mehr zu meiner Bildung beigetragen als die Wasser von Plombières zu meiner Gesundheit. Man führt hier übrigens ein etwas bewegtes Leben, was mir die glückliche Ruhe noch wertvoller macht, die ich mit Ihnen genossen habe. Ich habe mir die Freiheit genommen, einige Bücher von englischen Wissenschaftlern für Ihre Bibliothek reservieren zu lassen; aber man hat Debure nur Bücher in englischer Sprache gesandt. Ich habe angewiesen, daß man ihnen lateinische Übersetzungen beigibt. Es sind wenigstens seltene Bücher, die in einer Bibliothek wie der Ihren sehr viel besser aufgehoben sein werden als bei einem Privatmann. Sie können in der schönen Sammlung, die sie haben, ja alles gebrauchen. Ich wünsche Ihnen eine bessere Gesundheit als die meine, daß die Zahl Ihrer Tage denen Ihres Ruhmes entsprechen möge und den Diensten, die Sie all denen zukommen ließen, die gekommen waren, um sich bei Ihnen zu informieren. Ich bleibe mein ganzes Leben  in der achtungsvollsten und zärtlichsten Verbundenheit, Monsieur, Ihr 
Voltaire.

Senones, zwei Besuche (2001, 2017)

Senones ist heute ein von allen Hauptverkehrswegen abgeschnittener, liebenswert-romantisch im frühen 20. Jahrhundert stehengebliebener Ort. Sein Kloster kennt nur noch wenig von der alten, glorreichen Zeit, wo die Mönche über Tod und Leben entscheiden durften. Die Revolution hat mit dem Kirchenbesitz und der Mönchsherrschaft Schluß gemacht. Noch 2001 war eine Fabrik in dem Gebäude untergebracht, die Bibliothek war und ist längst verlassen,  die Bücher sind lange schon in das nahe Épinal gebracht worden. Die Restaurierungsarbeiten haben die Bauschäden (2017) beseitigt, einige kleinere Firmen sind eingezogen und ein Veranstaltungsraum wurde eingerichtet. In der großen Klosterkirche hatte noch 2001 irgendein in der Tradition Dom Calmets stehender Geistlicher als Andenken an den Besuch Voltaires das Faksimile seines handschriftlichen Briefes an Dom Calmet ausgehängt, 2017 ist er nicht mehr vorhanden. Die Erinnerung an die von den deutschen Besatzern ermordeten Einwohner wahrt nach wie vor eine Gedenktafel am Eingang des Klosters.

In den Mauern dieses Klosters wurden
Am 5. Oktober 1944
384 Einwohner von Senones,
Vieux-Moulins und Ménil
Auf Befehl der Gestapo festgehalten
Ihren Familien entrissen
Angeklagt des Widerstandes
Einige erlitten grausame Folterungen
Bewundernswert durch ihre stolze Haltung
Und ihren Mut wurden sie alle deportiert
am 6. Oktober 
In die deutschen Vernichtungslager 
245 von ihnen kamen nicht zurück
Vergessen wir nicht
Ihr langes und schmerzensreiches Martyrium
Und vereinigen wir uns in unserem
Sie ehrendenen Angedenken.

6. Oktober 1945

Sellières

Sellières

Sellières gehört zur Ortschaft Romilly sur Seine bei Troyes.
Die Abtei von Sellières (früher Abbaye de Scellières) war zwar ein richtiges Kloster, aber auch ein hübscher Landsitz des Neffen Voltaires, des weltlich eingestellten Abbé Mignot, der im Kloster Wohnrecht besaß, weil sein Pfarrhaus zerfallen und unbewohnbar war.

In der Kapelle dieser Abtei ist Voltaire am 2. Juni 1778, 3 Tage nach seinem Tod, gegen den ausdrücklichen Willen des Bischofs von Troyes (siehe seinen Brief) bestattet worden. Sein Leichnam war einbalsamiert und  heimlich in einer sechsspännigen Kutsche aus Paris hierher geschafft worden, um ihn dem Zugriff des Klerus zu entziehen, der ihn auf dem Weg nach Ferney vermutete, abfangen und auf den Schindanger werfen lassen wollte.

13 Jahre später, im Jahr 2 nach der Großen Revolution (1791), wird der Leichnam Voltaires per Dekret der Assemblée Constituante am 10. Mai exhumiert, bis zum 5. Juli in die Kirche zu Romilly gebracht und anschließend in einem beispiellosen Triumphzug nach Paris gefahren, um dort am 10. Juli 1791 in der Krypta der Kirche Sainte-Geneviève (von der Revolution in “Panthéon” umbenannt) erneut in einem Ehrengrab beigesetzt zu werden.

Tausende nutzen das Begräbnis zu einer letzten Ehrung Voltaires.

Sellières, heimliches Begräbnis

Grundmauern der Abtei, rechts die Grabplatte

Die restaurierte Grabplatte, unter der man 1778 den Sarg mit Voltaires Leichnam verborgen hatte, wird heute im Haupthaus der ehemaligen Abtei, das sich jetzt in Privatbesitz befindet, noch aufbewahrt. Sonst erinnert hier nichts mehr an Voltaire, die Kapelle ist längst bis auf einige unter dichtem Gras versteckte Grundmauern verschwunden.

Zahlreiche Legenden bearbeiten die Frage, was mit den Gebeinen Voltaires "wirklich" geschehen ist. Die einen behaupten, man habe sie aus dem Panthéon entfernt,

Die andere wollen wissen, dass man aus Sellières das falsche Skelett nach Paris geschafft hätte und 1926, asl man bei Umbauarbeiten im Haupthaus der ehemaligen Abtei ein hinter einer Mauer verborgenes Skelett fand, war die Aufregung groß und die Vermutung, es sei das wirkliche Skelett Voltaires, schnell bei der Hand. Bei der Untersuchung des Schädels fand man jedoch keine Spuren der anatomischen Arbeiten, die nach seinem Tod zur Entfernung des Gehirns vorgenommen worden waren.

2. Juni 1778
Beerdigung Voltaires in der Abtei von Sellières. Der Versuch des Bischofs von Troyes, das Begräbnis zu verhindern war vergeblich, Mignot und der Prior des Klosters Sellières waren schneller. Als sie der Drohbrief des Bischofs erreichte, war Voltaire bereits ganz offiziell - in geweihter Erde - beerdigt, da war nichts mehr zu machen...

3. Juni 1778
Aus der Antwort des Priors an den Bischof ergibt sich ein genaues Bild vom Ablauf der Beerdigung.

13. Mai 1791
Der Leichnam Voltaires wird per Dekret der Assemblée Constituante am 10. Mai exhumiert, bis zum 5. Juli in die Kirche zu Romilly gebracht und anschließend in einem beispiellosen Triumphzug nach Paris gefahren, um dort am 10. Juli 1791 im Panthéon begraben zu werden. 

Die letzten Wochen im Leben Voltaires schildert ausführlich diese Veröffentlichung.

Sellières, ein Besuch im Jahr 2006

 

Wer heute Sellières besucht, fährt über Troyes nach Romilly, einem kleinen Städtchen auf dem Weg nach Paris, in dessen Gemarkung Sellières liegt. 
Auf normalen Landkarten ist Sellières nicht zu finden, handelt es sich doch um ein mitten im Wald gelegenes einzelnes Anwesen, dessen Klosterdasein heute nur noch Geschichte ist. 
Doch fragen hilft immer: "Le Chateau de Sellières?" Und ein Weg, scheinbar für Holzfäller und in die Wildnis führend, wird einem als Zugang gezeigt. Dort steht:"Privateigentum, Jagd, Zufahrt verboten. Privatweg".
Nach ungefähr 2 km Fußmarsch durch einen lichten Wald gelangt man an ein mit Efeu bewachsenes Haus, malerisch an einem kleinen Teich gelegen. Hier steht eine vom Besitzer selbst gestaltete Voltaire-Statue, die einzige in Romilly.

 

Das Chateau Sellières selbst erreicht man über einen kleinen Waldweg gleich hinter dem Efeu-Haus, es präsentiert sich zunächst bescheiden, erst von nahem erweist es sich als großes, ansehnliches Gebäude mit einer wunderschönen, parkähnlichen Umgebung.Es befindet sich in Privatbesitz und ist der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich, jedoch sind die Besitzer freundlich und zeigen einem gerne die hier aufbewahrte Grabplatte. Einmal im Jahr wird außerdem ein Tag der offenen Tür veranstaltet.

 

 

Ein Besuch in Romilly selbst lohnt sich nicht unbedingt. Dort steht zwar die Kirche, in der man die Exhumierung von Voltaires Leichnam zelebrierte, im Zustand dauernder Renovierung, Nichts erinnert hier an Voltaire.

Die Vereinigung der Heimatfreunde von Romilly hat eine sehenswerte Ausstellung zum Thema Voltaire und Sellières organisiert, wobei das Begleitheft zur Ausstellung leider in der Versenkung verschwunden ist. Nicht einmal die öffentliche Stadtbibliothek in Romilly verfügt über ein
Exemplar. Aus Troyes, wo die Ausstellung wiederholt wurde, war schliesslich eine Antwort zu erhalten.

Nicht weit vom Kirchplatz findet man eine antifaschistische Gedenkstätte am ehemaligen Gestapo Hauptquartier, wie man sie wahrscheinlich in ganz Deutschland vergeblich suchen müsste (dies zum Thema "gelebter" versus  "verordneter" Antifaschismus).

Übersetzung:
- (oben links)  In diesem Gebäude, Sitz der Gestapo von 1940 - 1944 wurden Widerstandskämpfer und Patrioten gefoltert,
  feige hingerichtet (es folgen die Namen der Opfer)
- (unten links): 22.8.1944   22.8.1994 50 Jahre danach Romilly erinnert sich
- (unten Mitte): 1945  -   2005.  60. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager und des Sieges über den Nazismus. 
  Zum Gedenken an die Erschossenen, Deportierten, Internierten und Widerstandskämpfer die für Frankreich gestorben sind. 
  Die Stadt Romilly vergisst nicht.
- (oben rechts): Ehre den Deportierten, die in den Konzentrationslagern der Nazis gestorben sind 1940 - 1945. Es folgen die Namen
- (unten rechts): 1945 -  1995. Befreiung der Nazi-Deportationslager der. Die Stadt Romilly ehrt Ihre Märtyrer.

Ein sehr hübsches Hotel findet man in Romilly, das Hotel de Nicey, mit sehr freundlicher Leitung, hier erhält man auch alle nötigen Auskünfte zu Sellières.

Schwetzingen

Schwetzingen

Als Sommerresidenz des Mannheimer Hofes ist Schwetzingen  sehr eng mit der Regierungszeit (1742 -1799) Kurfürst Carl Theodors verbunden, der natürlich Versailles und die französische Gartenarchitektur als Idealbild einer 'richtigen' Schlossanlage vor Augen hatte und das Schloss zu einer präsentablen Sommerresidenz mit prächtigem Garten umgestaltete.
 
Am 15. Juni 1753, kurz bevor Voltaire in Begleitung seines Sekretärs Collini aus Frankfurt in Schwetzingen ankam, wurde dort die neue Opernbühne mit Ignaz Holbauers Oper Il figlio delle selve (Der Sohn der Wildnuß) eingeweiht. Die Opernbühne war mit nur 150 Plätzen ein relativ kleines Hoftheater, aber mit neuster Bühnentechnik ausgestattet.

Von Voltaire führte man auf:

Literatur  zu Schwetzingen:

- Stavan, Henry, Anthony, Kurfürst Karl Theodor und Voltaire, Mannheim: Gesellschaft der Freunde Mannheims, 1978, 38 S.

- Die Internetseite des Schlosses: www.schloss-schwetzingen.de

- Silke Leopold, Bärbel Pelker, Hofoper in Schwetzingen. Musik, Bühnenkunst, Architektur. Heidelberg 2004 (Carl Winter), 448 S., ein wunderschön gemachtes, informatives und sehr reich bebildertes Werk. 4°

- A.Wieczorek, H.Probst, W.König, Lebenslust und Frömmigkeit, Kurfürst Carl Theodor (1724 - 1799), Handbuch und Ausstellungskatalog, Regensburg 1999 (Pustet), 2 Bd, 434 S,, 520 S.

Schwetzingen, am Hofe Karl Theodors

28.Juli 1753
Voltaire, auf seiner Flucht aus Preußen, erreicht Schwetzingen nach kurzem Aufenthalt in Mannheim. Bei allerhand Hofvergnügungen zu seinen Ehren erholt er sich gut von den bösen Erfahrungen in Berlin und Frankfurt.  Kurfürst Karl Theodor hätte Voltaire nur zu gerne an seinen Hof gebunden, aber Voltaire reist, ernüchtert durch seine Erfahrungen mit Friedrich II. in Berlin, am 14. August 1753 nach Straßburg weiter.

Juli 1758
Ein zweites Mal besucht Voltaire den Kurfürsten im Jahr 1758, Anfang Juli. Bei diesem Treffen geht es auch um die Regelung der geschäftlichen Beziehungen, denn Voltaire gewährt dem Kurfürst ein beträchtliches Darlehen in Höhe von 130.000 Livres gegen eine Leibrente für sich und seine Nichte. Zu seinen Ehren spielt man Der Fanatismus oder Mahomet, der Prophet. Während der drei Wochen in Schwetzingen arbeitet Voltaire außerdem an Candide, möglicherweise hat er Carl Theodor daraus vorgelesen. Er verlässt Karl Theodor am 5. August und ist am 7.August wieder in Straßburg.
Es entwickelt sich eine lockere Freundschaft zwischen Karl Theodor und Voltaire. Voltaire schickt Drucke und Abschriften seiner Werke, Karl Theodor erweist Voltaire diverse Freundschaftsdienste. Auf Empfehlung Voltaires werden an seinem Hof aufgenommen:

  • Collini als  Privatsekretär (1759 ),
  • ein Schutzbefohlener Voltaires als Pastor (1761),
  • Paul Henri Mallet, (1730 - 1807), ein Genfer Historiker (1761),
  • der Sohn des Inquisitionsopfers Jean Callas, Juwelier (1765).

1761
Karl Theodor lässt die Henriade ins Deutsche übertragen (v. J. Chr. Schwartz). 

1762
Der Kurfürst bittet Voltaire die Regie seines Theaterstücks Olympie zu übernehmen, Voltaire kommt nicht und schickt sstattdessen Collini, der jetzt in Schwetzingen lebt, eine ausführliche Regieanleitung. Es wird eine äußerst spektakuläre Aufführung, in der Schlussszene entfacht man sogar einen Scheiterhaufen mit echten Flammen, gefährlich, aber dank der Ausstattung des Theaters durchführbar. Collini, am Hofe als 'Geheimsekretär' des Kurfürsten angestellt, berichtet Voltaire begeistert vom Erfolg des Stücks. 

1763
Karl Theodor gründet die Mannheimer Akademie der Wissenschaften. Ehrenmitglieder werden u.a. Voltaire und der Baron d'Holbach. 

1764
Der letzte Brief Carl Theodors an Voltaire datiert aus dem Jahr 1764. Der Kontakt schläft ein, vielleicht, weil der Kurfürst jetzt mit Collini einen Weggefährten Voltaires direkt an seiner Seite hat, der ihn mit den neuesten Nachrichten versorgt.

1769
Karl Theodor gibt eine Münze zu Ehren Voltaires heraus.

Ein Besuch in Schwetzingen (2006)

Das Schwetzinger Schlosstheater ist dank umfassender Renovierungsarbeiten ab 1973 für über 500 Besucher geeignet. Damit ist es eines der wenigen Theater des 18.Jahrhunderts, die bis heute bespielbar sind (außerdem: Gotha, Ludwigsburg).

Das Schloss ist zentraler Ort der jährlich im Frühjahr stattfindenen Schwetzinger Festspiele, das neben barocken und klassischen Opern auch moderne Werke aufführt.
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Öffnungszeiten des Schlosses: täglich von 9 - 16:30 Uhr, im Sommer bis 19.30 Uhr. Die Innenräume nur mit Führung.
www.schloss-schwetzingen.de.

Sceaux

Sceaux

 

Sceaux, Hauptgebäude und Orangerie

Sceaux war eine der schönsten Schlossanlagen des 17. und 18. Jahrhunderts. Von Colbert, Finanzminister unter Ludwig XIV., in Auftrag gegeben, von Le Nôtre, dem großen Gartenbauarchitekten Frankreichs, konzipiert, war Sceaux neben Versailles so etwas wie die festliche Mitte der Pariser Gesellschaft. 

Ludwig der XIV. schätzte die Gärten von Sceaux als "die schönsten Europas". 1685 feierte man in Anwesenheit des Sonnenkönigs die legendären "Weißen Nächte von Sceaux" mit Feuerwerk, Tanz und dem extra von Lully komponierten Divertissimento "Die Idylle des Friedens". In Sceaux wird der Schriftsteller Voltaire entdeckt, denn die Gräfin von Maine (1676 - 1753), eine hochgebildete Frau, die der Familie Colbert das Schloss 1699 abgekauft hatte, war ihm wohl gesonnen und half ihm mit ihren weitreichenden Beziehungen.

Sceaux, Entdeckung und Versteck

1729 im August
Voltaire reist mit dem Herzog von Richelieu nach Sceaux. Er schreibt ein Gedicht an Bertrand-René Pallu, Berichterstatter beim Staatsrat, seinen langjährigen Freund und beklagt, daß es in Plombières ständig regnet, nur alte Leute gibt und es an Sauberkeit mangelt.

1716 Als junges Talent trägt Voltaire seine Tragödie Ödipus im Kreis der Gräfin von Maine vor. Sie lässt seine Stücke in ihrem Theater aufführen.

1747, im Oktober 
Die Gräfin schützt Voltaire vor der Rache des königlichen Hofes, indem sie ihn in einem geheimen Zimmer ihres Schlosses versteckt. Voltaire hatte Emilie, die am Spieltisch der Königin bereits große Summen verloren hatte, in englischer Sprache zugeflüstert: "Hören Sie auf, sehen Sie denn nicht, dass Sie mit Schurken spielen?". Diese Unachtsamkeit wäre ihn teuer zu stehen gekommen, denn die Äußerung wurde der Königin hinterbracht - hätte er nicht einflussreiche Freunde gehabt - und hätte nicht Emilie ihre 84.000 Pfund Spielschulden entrichtet. Voltaire nutzt die Zeit auf Schloß Sceaux und schreibt an seinem Roman Zadig, aus dem er ihr während seines unfreiwilligen Aufenthaltes vorliest und ihn der Gräfin widmet.

1747, im Dezember 
Voltaire kann sich endlich wieder öffentlich zeigen und veranstaltet sogleich in der Orangerie von Sceaux, zum Missfallen der Gräfin von Maine, die Großveranstaltungen nicht mehr liebt, ein opulentes Theaterfest mit einer Unmenge von geladenen Gästen. 

Ein Besuch in Sceaux (2006)

Der Park von Sceaux liegt ganz in der Nähe von Paris, mit der Bahn braucht man gerade einmal 20 Minuten, um hierherzukommen. Das frühere Schloß steht nicht mehr, nach der Revolution diente es noch als Kunst- und als Landwirtschaftsinstitut, 1798 stand es zum Verkauf und wurde anschließend abgerissen.

Die Orangerie, das 90 Meter lange Überbleibsel, wurde 1870 im deutsch-französischen Krieg schwer getroffen, so dass heute nur noch ein Flügel steht.

In den Jahren 1856 -1862, als der Adel Morgenluft witterte,  entstand ein im Vergleich zum früheren Schloss bescheidener Neubau, der heute noch steht und ein Museum beherbergt. Das Museum widmet sich mit zahlreichen Exponaten der Umgebung von Paris (Ile de France) des 19. Jahrhunderts und der Geschichte des Parc de Sceaux. Einige Räume zeigen interessante Porzellanstücke aus der Manufaktur der Madame du Maine.

Sehenswert ist der Park, eine wunderschöne Anlage, die, von Pappeln gesäumt, nach Osten hin sanft abfällt wie um die ersten Sonnenstrahlen des Tages zu begrüßen, auf der Rückseite einen phantastischen Blick auf Paris ermöglicht. Für deutsche Besucher ungewohnt ist die freundliche Berücksichtigung von Vierbeinern, für sie sieht der Park einen eigenen Bereich vor, wo auch Menschen ohne eigenen Garten ihre Hunde frei springen lassen können.

Öffnungszeiten des Museums: täglich außer Dienstags von 9 - 18 Uhr. Öffentliche Verkehrsmittel: RER, Linie B, Station  Bourg la Reine. Mehr über Park und Museum, auch einige historische Ansichten,  findet man auf der offiziellen Internetseite des Parks von Sceaux http://parc.de.sceaux.free.fr.

Saint Ange

Saint Ange

Saint Ange, Reste d. Gebäude und Park

Das (zerfallene) Schloß Saint Ange, liegt ca. 30 km südwestlich von Fontainebleau, nahe dem Ort Villecerf. Erbaut wurde es unter König Franz I. (Förderer der Künste, auch das berühmte Schloß Chambord stammt von ihm, 1494 - 1547).und war eine klassische Sommerresidenz des 16. Jahrhunderts in lieblicher, ländlicher Umgebung und in unmittelbarer Nähe zu Fontainebleau, wo sich der Hof aufhielt und sich das gesellschaftliche Leben Frankreichs abspielte. Seit 1680 gehörte der Landsitz dem ehrbaren Louis Urbain Lefèvre de Caumartin, einem Freund von Voltaires Vater. So lag es nahe, dass Voltaire 1714 von seinem Vater nach Saint Ange geschickt wurde, um dort, fern von den freizügigen Gedanken des Temple  auf den rechten Weg zu gelangen. Caumartin kannte aus seiner Zeit als Intendant der Finanzen unter Ludwig XIV. die intimsten Geheimnisse des französischen Hoflebens, besaß ein hervorragendes Gedächtnis und war so der ideale Mentor für den jungen Voltaire. Seine authentischen Berichte waren Quellen und Inspiration für zwei der wichtigsten Werke Voltaires, das Epos Henriade und das epochale Geschichtswerk Le Siècle de Louis XIV."

Saint Ange, Voltaire und Caumartin

Die Schloßanlage Saint Ange um 1700, Bibliothèque Nationale

1714
Voltaire auf Geheiß seines Vaters in Saint Ange geschickt, um ihn aus dem Einfluss der freizügigen Gedanken des Temple zu bringen.

 

1717
Im Jahr 1717 hält sich Voltaire dann ein zweites Mal in Saint Ange auf (Caumartin stirbt 1720), diesmal, um sich zu entspannen und ein letztes Mal von den Lebenserinnerungen des alten Mannes, genannt 'Caumartin der Große', zu profitieren.

Ein Besuch in Saint Ange (2005)

Saint Ange ist nahezu vergessen, weite Teile der ehemaligen Schlossanlage sind von Efeu und Farnen überwuchert, ein Nebengebäude ist bewohnt, weitere werden scheinbar nach und nach restauriert. Sanfte Hügel und saftige Wiesen prägen die Umgebung, eine Parkphantasie zeugt vom Wunsch der heutigen Eigentümer,  an den Glanz der alten Tage anzuschließen.

Wer im Touristikzentrum von Fontainebleau nach Saint Ange fragt, erntet Unverständnis, zuviel verlangt, durch ein, zwei Klicks im Internet unter "Voltaire, Saint Ange" nach dem Ort zu suchen - getreu der Regel, dass, wo viele Touristen sind, der Service schlecht ist, weil jeder ohnehin nur einmal kommt. Immerhin, das nächste Internetcafé bekommt man getreulich beschrieben, wenn auch das falsche, längst geschlossene. Den halben Weg zurück, endlich am geöffneten "Cybercafe" angekommen, ist der richtige Ort leicht gefunden - es ist Villecerf, ein halbe Autostunde von Fontainebleau entfernt (Hätte man natürlich auch bei René Pomeau nachlesen können).

Auch in Villecerf gibt es keinen Hinweis auf Saint Ange, nur ein Altenheim wird angezeigt, glücklicherweise liegt es in der selben Richtung und die riesigen Festungsmauern direkt an der Straße zeigen unzweifelhaft die Grenzen des früheren Schlosses. Der Eingang ist nicht verschlossen, ein breiter Weg führt auf die Ruine des früheren Zentralgebäudes zu, das sich, mit Plastikplanen abgedeckt, dem Besucher wie ein Raumschiff vor dem Start entgegenstellt. Natürlich darf man nicht einfach herumspazieren, Privatbesitz eben, aber da hier nicht viele Besucher herkommen, erhält man die Erlaubnis nach einem Telefonanruf beim Grafen Roy ohne weiteres.

Saint Ange war früher eine wunderschöne Anlage, die leider der französischen Revolution zum Opfer fiel und danach als Steinbruch für die umliegenden Dörfer diente - zu holen gab es da nicht wenig.
An den Aufenthalt Voltaires erinnert nichts mehr, eben sowenig an den verdienstvollen Marquis de Caumartin.  Allerdings findet sich im Internet eine Seite (in ständiger Rekonstruktion) der Freunde von Saint Ange, die auch an das Leben René Hubert Nicolas, Marquis de Roys aus der Familie der heutigen Eigentümer erinnert. De Roys war leitend in der Résistance tätig und starb im Alter von nur 47 Jahren 1945 im Konzentrationslager Ellrich. 

Prangins

Prangins

Die Gemeinde Prangins liegt ziemlich genau zwischen Lausanne und Genf, etwa eine halbe Autostunde von beiden Städten entfernt. Mit seiner harmonischen Lage direkt am See (Lac Leman) ist das Schloss Prangins einer der schönsten Orte in Europa. Vielleicht wäre es Voltaires ständiger Aufenthaltsort geworden, wenn er nicht mitten im Winter (14.12.1754) dort angekommen wäre.
Mit seiner bezaubernden Umgebung wäre das Schloß der ideale Aufenthaltsort für den nach Ruhe suchenden Voltaire gewesen.

Zur Geschichte des Schlosses:

1723 erwarb der Bankier Louis Guiguer (1675 -1747) das  direkt am Genfer See gelegene, aber verfallene Schloß Prangins mit allen Ländereien. 

Portrait des Baron Guigier, des Gründers von Schloß Prangins (Ausschnitt aus einer Tafel im Schloßgarten)

Aus der Ruine wurde im Lauf der Zeit ein stattliches Anwesen, das bis 1814 im Besitz der Familie blieb. Im Jahr 1873 ging das Schloß an die Herrnhuter Brüdergemeine, eine Religionsgemeinschaft, der wir in Gotha schon einmal begegnet sind, wo ihr die mit Voltaire befreundete Dorothea von Gotha Altenburg zum Ärger der etablierten Kirche erlaubte, sich in Neudietendorf anzusiedeln.

Heute beherbergt das Schloss das sehenswerte Schweizer Nationalmuseum mit dem Schwerpunkt Geschichte der Aufklärung.

Prangins, kalte Schönheit

Prangins: Blick auf den See

1754 im Dezember
Voltaire kommt mit seiner Nichte Marguerite Denis und seinem Sekretär Collini mitten im Winter nach Prangins, ein alleinstehendes Schloß, unbewohnt, kalt. Erst nach und nach engagiert Madame Denis 9 Angestellte und bringt mit ihnen dem Hauswesen Leben bei. Unter diesen Angestellten befindet sich auch der damals erst 15 jährige Jean-Louis Wagnière, der später an die Stelle Collinis tritt und zu Voltaires  treuestem Sekretär und lebenslangem Begleiter wird. In der feuchten Kälte leidet Voltaire an rheumatischen Anfällen, trotzdem überarbeitet er sein Werk Louis XIV und bereitet die Herausgabe seiner Universalgeschichte (Essai sur les moeurs) vor.

Die Hauptbeschäftigung dürfte für ihn aber die Sondierung der Genfer Umgebung nach geeigneten Immobilien gewesen sein, denn Madame Denis will Prangins so schnell wie möglich verlassen. Bedauerlicherweise gibt Voltaire den Klagen seiner Nichte nach.

1755
Voltaire kauft Anfang 1755 über einen Strohmann 'Les Delices' ganz in der Nähe von Genf. Bedauerlich, weil Prangins der ideale Aufenthaltsort für den nach Ruhe suchenden Voltaire gewesen wäre.

Ein Besuch in Prangins (2010)

Prangins ist heute ein wunderschönes Museum (das schweizerische Nationalmuseum der Romandie) in einer traumhaften Umgebung.
Jedes lohnte für sich einen Besuch, beides zusammen ist ein unvergessliches Erlebnis. Von Lausanne aus bis Prangins ist es nur eine halbe Stunde auf der Bundesstrasse, etwas länger, aber schöner, entlang des Genfer Sees (Lac Leman).
Das Schloß wurde im Stil des 18. Jahrhunderts hergerichtet, die Räume sorgfältig restauriert, die Außenanlagen nach vorhandenen Vorlagen rekonstruiert. Es gibt einen Gemüsegarten wie im 18. Jahrhundert, mit vielen Kräutern und seltenen Pflanzen, im Park führen informative Tafeln durch die Geschichte des Hauses und der Umgebung. 
Und nicht zu vergessen: ein kleines Museumsrestaurant bietet dem Museumsbesucher mit frischem Kuchen und einfachen, aber erlesenen Speisen willkommene Gaumenfreuden. Weitere Informationen auf der sehr informativen Seite des Landesmuseums in Prangins:http://www.nationalmuseum.ch/d/prangins/index.php