Schwetzingen, am Hofe Karl Theodors

 

1753

  • 28.Juli Voltaire erreicht Schwetzingen nach kurzem Aufenthalt in Mannheim. Bei allerhand Hofvergnügungen zu seinen Ehren erholt er sich gut von den bösen Erfahrungen in Berlin und Frankfurt.  Kurfürst Karl Theodor hätte Voltaire nur zu gerne an seinen Hof gebunden, aber Voltaire reist, ernüchtert durch seine Erfahrungen mit Friedrich II. in Berlin, am 14. August 1753 nach Straßburg weiter.
 

1758

 
  • Juli Ein zweites Mal besucht Voltaire den Kurfürsten im Jahr 1758, Anfang Juli. Bei diesem Treffen geht es auch um die Regelung der geschäftlichen Beziehungen, denn Voltaire gewährt dem Kurfürst ein beträchtliches Darlehen in Höhe von 130.000 Livres gegen eine Leibrente für sich und seine Nichte. Zu seinen Ehren spielt man den Mahomet. Während der drei Wochen in Schwetzingen arbeitet Voltaire außerdem an Candide, möglicherweise hat er Carl Theodor daraus vorgelesen. Er verlässt Karl Theodor am 5. August und ist am 7.August wieder in Straßburg.
 

ab 1759

 
  • Es entwickelt sich eine lockere Freundschaft zwischen Karl Theodor und Voltaire. Voltaire schickt Drucke und Abschriften seiner Werke, Karl Theodor erweist Voltaire diverse Freundschaftsdienste. Auf Empfehlung Voltaires werden an seinem Hof aufgenommen:
    1759 Collini als  Privatsekretär,
    1761 ein Schutzbefohlener Voltaires als Pastor und Paul Henri Mallet, ein Genfer Historiker finden wohlwollende Aufnahme,
    1765 der Sohn des Inquisitionsopfers Jean Callas, Juwelier.
  • 1761 lässt Karl Theodor die Henriade ins Deutsche übertragen (v. J. Chr. Schwartz).
  • 1762 hätte der Kurfürst Voltaire sehr gerne als Regisseur des Theaterstücks Olympie nach Schwetzingen geholt, Voltaire kommt nicht und schickt Collini stattdessen eine ausführliche Regieanleitung. Es wird eine äußerst spektakuläre Aufführung, in der Schlussszene entfacht man sogar einen Scheiterhaufen mit echten Flammen, gefährlich, aber dank der Ausstattung des Theaters durchführbar. Collini, der ja mittlerweile am Hofe als 'Geheimsekretär' des Kurfürsten angestellt ist und bei Olympie Regie führte, berichtet Voltaire begeistert vom Erfolg des Stücks.
  • 1763 gründet Karl Theodor die Mannheimer Akademie der Wissenschaften. Ehrenmitglieder werden u.a. Voltaire und der Baron d'Holbach.
  • Der letzte Brief Carl Theodors an Voltaire datiert aus dem Jahr 1764. Der Kontakt schläft ein, vielleicht, weil der Kurfürst jetzt mit Collini einen Weggefährten Voltaires direkt an seiner Seite hat, der ihn mit den neuesten Nachrichten versorgt.
  • 1769 gibt Karl Theodor eine Münze zu Ehren Voltaires heraus.
                    
                          

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