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François-Marie de Voltaire |
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Nach seinem Namen benennt man das 18. Jahrhundert als „Jahrhundert Voltaires“, zu seinen Lebzeiten sprach das einfache Volk von ihm als „L`homme aux Calas“, womit es Voltaire für seinen aufopfernden Einsatz ehrte, durch den die südfranzösische Tuchhändlersfamilie Calas den Klauen der Inquisition entrissen werden konnte. Sein Lebenswerk charakterisiert am besten das Wort: „Er löste von den Augen der Völker die Bande des Irrtums“ (Il a ôté aux nations le bandeau de l`erreur)*. 1. Kindheit, Jugend, erste Erfolge * - Von Victor Hugo
zum 100. Geburtstag Voltaires verwendeter Vers aus der
Henriade (dort
auf Henry IV. bezogen). |
Voltaire machte sich damit zum Kampfgenossen
von Diderot und D`Alembert, denen er auch weiterhin eng verbunden blieb. 1750 starb die vielseitig gebildete und hochintelligente Emilie du Châtelet, die große Liebe seines Lebens. 3. Preussische Illusion Voltaire entschloss sich, dem Ruf Friedrichs II. nach Berlin zu folgen, voller Hoffnung, mit ihm den idealen, aufgeklärten Staat aufbauen zu können. Doch bereits 3 Jahre später floh Voltaire aus Preußen über Leipzig, Frankfurt nach Colmar. Intrigen und beiderseitige Enttäuschungen hatten die vielversprechende Liaison Voltaires mit Friedrich zerstört und seinen Berlin-Aufenthalt zu einer gefährlichen Angelegenheit werden lassen. Seine berühmten Romane wie Candide und Zaire sind auch vor dem Hintergrund dieser Ernüchterung über aufgeklärte Monarchen à la Friedrich zu lesen. 4. Antiklerikaler Kampf aus Ferney, Rückkehr nach Paris Im letzten Drittel seines Lebens sieht man Voltaire von seinem Schloss in Ferney bei Genf aus einen zähen Kampf gegen die katholische Inquisition führen. Er betrieb nicht nur erfolgreich die Rehabilitation des am 18.11.1761 zum Tode durch Rädern verurteilten Jean Calas, er mobilisierte auch halb Europa gegen das Todesurteil gegen den Chevalier de la Barre, dessen Verbrechen darin bestand, eine katholische Prozession nicht gegrüßt zu haben. Voltaires Einsatz ist es maßgeblich zu verdanken, dass sich die Kirche und ihre Schergen weitere Terrorprozesse nicht mehr erlauben konnten. Die Produktivität Voltaires war enorm, auch im hohen Alter schrieb er zahlreiche Theaterstücke, politische Kampfschriften und philosophische Arbeiten. Eines der populärsten und bis heute sehr lesenswerten Werke aus dieser Zeit ist sein 1764 erschienenes philosophisches Taschenwörterbuch gewissermaßen die Mao-Bibel der Aufklärung. Voltaire war der Wegbereiter der großen französischen Revolution, die seine Forderungen: Entmachtung der Kirche, Rechtsstaatlichkeit und Verwendung der Abgaben/Steuern zum allgemeinen gesellschaftlichen Nutzen, in die Tat umsetzte. 5. Tod und Begräbnis Voltaire starb am 30. Mai 1778 im Alter von 84 Jahren in Paris, das er viele Jahre nicht mehr hatte betreten dürfen. Sein Leichnam musste heimlich aus der Stadt geschafft werden, denn die Kirche wollte ein ordentliches Begräbnis ihres gefährlichen Gegners verhindern und die Leiche auf den Schindanger werfen. Der Leichnam wurde jedoch entführt und in der Abtei von Sellières beigesetzt, um dort 1791 exhumiert und in einem Triumphzug nach Paris gefahren zu werden, wo er im Panthéon – der Grabkirche für die bedeutendsten Franzosen – bis heute in einer eigens für ihn gestalteten Kammer liegt. Seither arbeiten Klerus und Obskurantisten daran, Voltaire der Vergessenheit zu überantworten oder, wo dies nicht gelingt, ihn und seine Lehren in Misskredit zu bringen. Sein unermüdlicher Einsatz für die Aufklärung haben ihn zu einem ihrer bevorzugten Hassobjekte gemacht, von dem sie bis zu dem Tag nicht lassen werden, an dem sich die Forderung Voltaires erfüllt: Ecrasez l`Infame! |
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