Kleve heute

Die Stadt am Oberrhein (50.000 Einwohner) wirkt, als ob sie sich nicht richtig entscheiden könne, welche Identität sie annehmen soll und welches Bild sie dem Besucher von sich vermitteln will. Will sie eine Kulturstadt sein, ein Kleinod mit ihren bedeutenden Museen, den interessanten historischen Höhepunkten, mit ihren beeindruckenden Gartenanlagen? Will sie ein Einkaufszentrum für Gäste aus dem nahen Holland sein, worauf die riesigen Parkflächen am Fuße der Schwanenburg und die Gestaltung ihrer Fußgängerzone, die Art der öffentlichen Veranstaltungen (Bierfeste) hinweisen? Oder will sie ein Ort sein, an dem sich ältere Leute wohlfühlen, die Ruhe suchen und medizinischer Hilfe bedürfen? Diese Unentschiedenheit spiegelt sich ziemlich deutlich auf der Tourismusseite der Stadt www.kleve-tourismus.de.wider und ist vielleicht eine Nachwirkung der schlimmen Zerstörungen, die die britischen Bombenangriffe am 7. 2. 1945 in der Stadt angerichtet haben, um den Widerstand der Deutschen bei der Verteidigung des Rheinübergangs zu brechen.

Gleichwohl lohnt sich ein Besuch Kleves für Kulturinteressierte, die Stadt bietet sich für ein verlängertes Wochende an, um hier in Kunst und Kultur einzutauchen, vielleicht, wenn das Wetter mitmacht, auch für eine Woche. Und wenn es regnet, bieten sich die Museem an, oder - warum nicht ? - die Lektüre des Romans 'Die Prinzessin von Kleve'.

Um Kleve zu erkunden, sollte man dem 10 km langen Wanderweg, der 2007 entlang der alten Poststrasse Cleve - Berlin-Königsberg fertiggestellt wurde, folgen, denn auf dieser Strecke liegen alle Sehenswürdigkeiten in und um Kleve. Er beginnt als Prinz Moritz Weg an derSchwanenburg in der Stadtmitte und wird dann zum Voltaireweg, der bis zum sehenswerten Schloß Moyland führt, das heute eine ständige Beuysausstellung beherbergt und seine Besucher mit seinem großzügigen Skulpturenpark bezaubert. Weitere Informationen zu Kleve findet man am besten auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Kleve und auf den Seiten http://www.heimat-kleve.de/, wo auch zu aktuellen Diskussionen um die Bewahrung des historischen Erbes Stellung genommen wird..

Nicht nur die Gartenanlagen aus der Zeit Johann Moritz von Nassau-Siegens, dessen Grabanlage in Hau besichtigen kann aber nicht muß, lohnen einen Klevebesuch, sondern auch die beiden Museen (Haus Koekkoek und die Sammlung Mataré im Kurhaus Kleve) 

Hier eine Impression von den Gärten im März:
Gartenanlagen mit eisernem Mann