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Kurzbiographie Voltaires lesen


Comtesse von Bentinck Freundin Voltaires


Voltaire in Fontainebleau

 
1725 September
Für Ludwig XV.pompöse Hochzeit verfasst Voltaire ein Hochzeitsgedicht, widmet der Königin seine Tragödien Ödipus und Mariamne. Als große Gunst spielt man hier Mariamne und Voltaires Komödie L'Indiscret vor erlauchtem Publikum.  Man darf das getrost als Marketingaktion verstehen, die genauso nötig war wie 'Ehrenbezeugungen' (um sie nicht anders zu nennen) an heutige Mächtige auch. In einem Brief an seine (kranke) Freundin Madame de Bernières schreibt Voltaire:

"Was man so fälschlich die Vergnügungen des Hofes nennt, wiegt nichts gegenüber der Befriedigung, die es verschafft, Freunde zu trösten, Seien Sie mir gewiss, dass es mir viel süßer wäre, ihre Leiden zu teilen als hier unserer neuen Königin den Hof zu machen".

Die Hof-Aktion lohnt sich scheinbar, denn die Königin schreibt ihm eine Leibrente in Höhe von 1500 livres jährlich aus - die ihm allerdings zunächst nicht ausbezahlt wird - wie heute hat auch damals das Postgeheimnis nicht viel gegolten. Erst 1728 gelingt es Voltaire durch geschicktes Taktieren an das Geld heranzukommen.

Ab 1744
Madame de Pompadour wird in diesem Jahr die bevorzugte Geliebte des Königs. Voltaire hält sich jetzt öfter in Fontainebleau auf, wenn im Herbst der Königshof Fontainebleau zum Mittelpunkt seiner Veranstaltungen macht, so im Oktober 1745,1746 und 1747, meist als Begleiter seiner Lebensgefährtin Emilie du Châtelet. Diese, eine leidenschaftliche Spielerin, verliert 1747 am Kartentisch die enorme Summe von 84.000 Pfund. Voltaire warnt sie auf Englisch: "Hören Sie auf, sehen Sie denn nicht, dass Sie mit Schurken spielen?" Das wird der Königin hinterbracht, Voltaire entzieht sich einer Verhaftung durch blitzartige Flucht nach Sceaux, um sich dort zu verstecken und erst einmal Gras über die Sache wachsen zu lassen. Die Angelegenheit kann wirklich begraben werden (84.000 livres nicht, sie müssen bezahlt werden) und 1749 sieht man Voltaire wieder - ein letztes Mal - in Fontainebleau.

1768
Für Christian, den König von Dänemark, wird im Schloß Voltaires Tragödie Tancrède aufgeführt, er macht in Frankreich während einer Europareise im Herbst 1768 in Fontainbleau Station. Sein Begleiter, der Arzt.Johann Friedrich Struensee (1737 - 1772), ein Anhänger der Aufklärung, ist auf dieser Reise zum Freund des Königs geworden und wird im Anschluß in Dänemark sein Leibarzt, Ratgeber und Minister.

Der in Halle geborene Dr. Struensee fiel einer Adelsintrige zum Opfer und starb am 28 April 1772 auf dem Schafott.










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