Das Chateau de Fontainebleau wurde im 16.Jahrhundert erbaut und gilt als Zentralbau der italienischen Renaissance in Frankreich. Das Schloss diente der königlichen Familie als Residenz bis Ludwig XIV. den Hof nach Versailles umziehen ließ, jedoch noch 1685 sein unheilvolles Edikt von Fontainebleau, das die Hugenotten in Frankreich ihrer Rechte beraubte, hier verkündete. Sein Nachfolger Ludwig XV. heiratet im September 1725 in Fontainebleau Marie-Sophie-Félicité Leszczynski, Tochter des nur kurze Zeit amtierenden Königs von Polen, Stansilas. Die Hochzeitsfeierlichkeiten dauern bis in den November hinein.
Voltaire ist unter den Gästen und verfasst ein Hochzeitsgedicht, ein Gedicht zu Ehren der Königin  und widmet ihr darüber hinaus auch noch seine Tragödien Ödipus und Mariamne. Als große Gunst spielt man Mariamne und Voltaires Komödie L'Indiscret vor erlauchtem Publikum.  Man darf das getrost als Marketingaktion verstehen, die genauso nötig war wie 'Ehrenbezeugungen' (um sie nicht anders zu nennen) an heutige Mächtige auch. In einem Brief an seine (kranke) Freundin Madame de Bernières schreibt Voltaire: "Was man so fälschlich die Vergnügungen des Hofes nennt, wiegt nichts gegenüber der Befriedigung, die es verschafft, Freunde zu trösten, Seien Sie mir gewiss, dass es mir viel süßer wäre, ihre Leiden zu teilen als hier unserer neuen Königin den Hof zu machen". Die Hof-Aktion lohnt sich scheinbar, denn die Königin schreibt ihm eine Leibrente in Höhe von 1500 livres jährlich aus - die ihm allerdings zunächst nicht ausbezahlt wird - wie heute hat auch damals das Postgeheimnis nicht viel gegolten. Erst 1728, durch geschicktes Taktieren gelingt es Voltaire, das Geld ausbezahlt zu bekommen.

Ab 1744, Madame de Pompadour wird in diesem Jahr die bevorzugte Geliebte des Königs, ist Voltaire öfter in Fontainebleau, so im Oktober 1745,1746 und 1747 mit seiner Lebensgefährtin Madame du Châtelet. Diese, eine leidenschaftliche Spielerin, verliert am Kartentisch 84.000 Pfund. Voltaire warnt sie auf Englisch: "Hören Sie auf, sehen Sie denn nicht, dass Sie mit Schurken spielen?" Das wird der Königin hinterbracht, Voltaire entzieht sich einer Verhaftung durch blitzartige Flucht nach Sceaux, um sich dort zu verstecken und erst einmal Gras über die Sache wachsen zu lassen.

Die Angelegenheit kann wirklich begraben werden (84.000 livres nicht, sie müssen bezahlt werden) und 1749 sieht man Voltaire wieder - ein letztes Mal - in Fontainebleau..