Der  Ketzerprozess und Justizmord  Jean Calas

Jean Calas, Baumwollhändler, Hugenotte aus Toulouse wurde am  18.11.1761  vom bigotten Toulouser Parlament als letzter Rechtsinstanz für schuldig befunden, seinen Sohn umgebracht zu haben, um ihn daran zu hindern, den katholischen Glauben anzunehmen.

Ohne jeden Beweis und gegen alle Wahrscheinlichkeit, gegen alle Indizien, wurde er schweren Folterungen ausgesetzt: seine Zehen- und Fingerglieder wurden enthäutet, verbrannt und zum Platzen gebracht. Am  10.3.1762 im Büßerhemd auf einem Karren vor den Dom geführt, wurden ihm mit eisernen Stangen die Knochen und das Rückgrat zerschlagen, um ihn aufs Rad zu flechten, wo er solange litt, bis man ihn am Ende erwürgte. Seine Asche wurde in alle Winde zerstreut. Jean Calas starb mit den Worten “Ich habe die Wahrheit gesagt. Ich sterbe unschuldig”.

Voltaire erreichte in einer 3 Jahre dauernden europaweiten zäh und mit erheblichen finanziellen Mitteln geführten Kampagne, daß dieser abscheuliche Justizmord als solcher anerkannt werden mußte. Trotzdem erhielten die Angehörigen  Jean Calas` keine Entschädigung von Seiten der Verantwortlichen in Toulouse - sie erhielten sie direkt vom König, der durch Voltaires Anstrengungen das Ansehen Frankreichs  in Gefahr sah.

Es sei hier erwähnt, dass bedauerlicherweise keiner der Enzyklopädisten um Diderot und d'Alembert Voltaire in seinem Bemühen zur Rehabilitation der Calas unterstützte. In seiner Schrift  'Traité sur la Tolérance' verbeitete er die Kenntnis über dieses Zeugnis unmenschlichen religiösen Hasses und Fanatismus in alle Welt.

 

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