Plombières, Markt Plombières, Badeanstalt

Plombières war bis ins 19. Jahrhundert hinein ein mondäner Badeort mit natürlichen Thermalquellen und Wassertemperaturen  bis zu 80°. Hier trafen sich die führenden Gesellschaftskreise Frankreichs, erholten und - manchmal - kurierten sich von den übermäßigen Belastungen der ausschweifenden Feste. Hier war alles, was Rang und Namen hatte, versammelt, noch heute zeugt die Erinnerungstafel am Bain Stanislas, dem ältesten Bad der Stadt (die römischen Anlagen einmal ausgenommen) von den berühmten Gästen: Montaigne,  Kardinal Rohan, Marechal du Belle-Isle, die Töchter Ludwigs XV., Marechal Ney und Napoleon III. Auch für Voltaire waren Plombières und seine Wasser wie eine Metapher für alles was gesund macht: in über 100 Briefen erwähnt er den Badeort.
Plombières ist heute ein sehr freundliches Städtchen, das ersichtlich unter dem Niedergang des Bäderwesens im Zeitalter des Großtourismus leidet: die mächtigen Hotels sind zum Teil schon geschlossen, stehen leer, andere warten auf die längst fällige Renovierung, viele - und sehr schöne - Häuser stehen zum Verkauf. Wenn man einen Wohnort fürs Alter suchte - hier wäre man gut aufgehoben. Das Bäderwesen prägt noch wie früher das Geschehen: überall zeigen sich Leute in Bademänteln, dringen die  heißen Dämpfe aus den Fenstern, riecht es in den Strassen nach Heilkräutern.

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