Colmar, Wappen
 Home
 Aufklärung
 Archiv
 Freunde
 Kontakt
 

Colmar

     
 Leben
Colmar, Rue des Juifs
     
Stadt Colmar Informationstafel am Haus in der Rue Berthe-Molly

1753, als Voltaire nach seinen schlechten Erfahrungen mit Friedrich II. nach Colmar kam, stand die Stadt unter der Rechtsprechung des Bischofs von Basel, einem gewissen Monseigneur de Porrentruy. Dieser Finsterling hatte 1735 einen Goldschmied zum Tode verurteilt, weil er eine Änderung der Zunftstatuten erbat. Nur das sonst übliche Zungedurchbohren wurde ihm erlassen und stattdessen auf sofortiges Kopfabhacken beschieden.
Denkbar schlechte Voraussetzungen also für Voltaire, die Hetze ging auch sofort los - Anlass: der Essai sur les Moeurs war unter dem Titel Abrégé d’Histoire universelle, par M. de Voltaire, 1753 veröffentlicht worden, ohne Voltaire zu benachrichtigen, die Kirche begann ihre Messer zu wetzen.

Warum kam er aber trotzdem nach Colmar und blieb über ein Jahr in der Stadt? Zunächst war ihm Paris verboten - der französische Hof wollte Friedrich II. einen Gefallen tun. Voltaire hoffte trotzdem, durch seine Nichte das Verbot aufheben lassen zu können. Außerdem hatte er die Absicht, in Horburg bei Colmar ein Schloss zu kaufen. Und drittens gab es in Colmar Schoepflin, den Buchdrucker, mit er bei der Herausgabe seiner Annales de L`Empire zusammenarbeitete.