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Voltaire Werkverzeichnis Deutsch







Kurzbiographie Voltaires lesen


Comtesse von Bentinck Freundin Voltaires
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Voltaire hat selbst über sein Leben nur einen kurzen Text hinterlassen (die Mémoires) - er handelt vor allem von seiner Zeit in Berlin und ist erst nach seinem Tod erschienen. Zu Theophile Duvernet, seinem ersten Biographen, hatte er wohl persönlichen Kontakt, stand aber dessen Projekt eher ablehnend gegenüber, so erschien diese erste Biographie erst nach Voltaires Tod. Lange Zeit war die mehrbändige Biographie Desnoiresterres das Standardwerk schlechthin, heute gilt als maßgebliches Werk die Biographie von Réné Pomeau (1985) in zwei Bänden. Auf Deutsch ist der verbreiteten Biographie Orieux die des Voltaireforschers Theodore Bestermann vorzuziehen, die wir allen Lesern auch als Einführung in das Werk Voltaires empfehlen (weitere Infos über Voltaire Biographien auf Deutsch)

1. Zeitzeugen

Mémoires pour servir à la vie de M. de Voltaire (Memoiren über das Lebens des Herrn Voltaire) 1760.

Autobiographische Schrift Voltaires. Hier gibt sich Voltaire Rechenschaft über seine Beziehung zu Friedrich II., wobei er unter anderem dessen traurige und unglaubliche Jugend-Leidensgeschichte enthüllt. Friedrich hat sich nie dazu geäußert.

Duvernet, Theophile Im., La Vie de Voltaire. o.O. 1787,  280 S.

Abbé Duvernet (1720-1796) stand Voltaire nahe und gehörte zum Kreis der Enzyklopädisten. Er wurde mehrmals zu Haftstrafen in der Bastille verurteilt. Seine Voltaire-Biographie war richtungsweisend und stand neben der Condorcets (1789) lange Zeit alleine da, bis dann beide durch die sehr viel umfangreichere Desnoiresterres abgelöst wurden. Duvernets Biographie ist deshalb so wertvoll, weil er als Zeitgenosse die Bedeutung Voltaires im Kampf um fundamentale Menschenrechte und Religionsfreiheit ganz anders zu schätzen weiß als die meisten nachfolgenden Biographen. Duvernet bewundert Voltaires Mut, denn er kennt die tödliche Gefahr, Opfer der Inquisition zu werden, selbst und berichtet ausführlich von all den Fällen, in denen sich Voltaire für unschuldig Verfolgte eingesetzt hat. Interessant ist auch, daß Duvernet zu etwa gleichen Teilen Werk und Leben Voltaires behandelt, was sich bei den meisten Folgebiographien zum Nachteil des Werkes und der inhaltlichen Positionen Voltaires verändert hat (exemplarisch dafür aus unserer Zeit: Orieux, positive Ausnahme: Bestermann). Neuerdings kann man Duvernet - google sei Dank - wieder im Original lesen.

Condorcet, Nicolas de, La Vie de Voltaire , Kehl: De l'imprimerie de la Societe litteraire-typographique 1789 , 70. Bd.

Condorcet teilt wie Duvernet die antiklerikale Position Voltaires.. Die Biographie beschließt als 70. Band die Kehler Gesamtausgabe, an der Condorcet, vor allem beim Verfassen der Anmerkungen, mitgearbeitet hat.

Collini, Cosimo Alessandro, Mon séjour auprès de Voltaire, Paris 1807.

Collini war Voltaires Sekretär in der Berliner Zeit und begleitete ihn auf seiner Flucht aus Berlin.

Longchamp, Sébastien G et Wagnières, Jean-Louis, Mémoires sur Voltaire Paris 1826.

Beide waren Sekretäre Voltaires und berichten in diesem Werk über ihre Zeit bei Voltaire.

2. Biographien  

Desnoiresterres, Gustave, Voltaire et la société française au XVIIIe siècle, 1871- 1876, 8 Bände, Neuauflage Slatkine 1967. Lange Zeit war dies der verbindliche, etwas romanhafte Klassiker unter den Voltaire Biographien, bis sie dann durch die Arbeiten von Bestermann und Pomeau abgelöst wurde.

Bestermann, Theodore Voltaire. London: Longman, Green and Co., 1969. Die Voltairebiographie des bedeutendsten Voltaireforschers des 20. Jahrhunderts besticht durch ihre Präsentation der Zusammenhänge und ist eine der wenigen Biographien, die der Bedeutung des antiklerikalen Kampfes Voltaires Rechnung trägt.  Sie ist der Biographie Orieux' unbedingt vorzuziehen.

Pomeau (René) (sous la direction de), Voltaire en son temps
1985 I. D'Arouet à Voltaire, 1694-1734
1988 II. Avec Mme du Châtelet, 1734-1749
1991 III. De la cour au jardin, 1750-1759
1994 IV. Ecraser l'Infâme, 1759- 1770
         V. On a voulu l'enterrer
Voltaire Foundation, Bibliographie am Ende jedes Bandes.
“Diese monumentale Biographie ersetzt alle früheren Vorläufer, die das meiste ihres Materials der Arbeit von Gustave Desnoiresterres entnahmen.”  nach www.france.diplomatie.fr/culture/france/biblio/folio/voltaire, mittlerweile unterdrückter link der sozialistischen französischen Regierung. Eine diesbezügliche Nachfrage blieb unbeantwortet.

André Magnon, Dossier Voltaire en Prusse, Annexe Chronologie du séjour en Prusse in: Studies on Voltaire in the eighteenth Bd. 244, Oxford 1986, S.399-421 minutiöse Aufstellung der Ereignisse bei Voltaires Aufenthalt in Preußen.